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Kettner Bullion

Peter Schiff: Warum Gold die neue Leitwährung wird

13.07.2026PodcastKettner Bullion

Er sagte die Immobilienkrise voraus, als andere noch von grenzenlosem Wachstum träumten. Er sprach von einem Goldpreis jenseits der 5.000-Dollar-Marke, als das gelbe Metall noch bei bescheidenen 1.700 Dollar dümpelte – und wurde dafür in den großen amerikanischen Fernsehstudios verlacht. Heute hat ihm die Realität recht gegeben. Peter Schiff, einer der streitbarsten Finanzkommentatoren der Vereinigten Staaten, spricht Klartext über den langsamen Tod des Dollars, die verhängnisvolle Rolle des Euro und die Renaissance des einzigen Geldes, das jede Krise überlebt hat: Gold.

Was dieser Mann sagt, ist unbequem. Es widerspricht dem, was uns Zentralbanken, Politiker und Mainstream-Medien seit Jahrzehnten erzählen. Und genau deshalb sollten Sie zuhören.

Der Mann, der recht behielt – und den niemand hören wollte

Als Peter Schiff Ende der 1990er-Jahre zum ersten Mal bei CNBC über Gold sprach, stand der Kurs bei unter 400 Dollar. Der Moderator, so erinnert er sich, entgegnete ihm damals nur trocken: „Wen interessiert der Goldpreis?" Schiffs Antwort war prophetisch:

„Sie sollte er interessieren. Er sagte, tut er aber nicht. Und ich sagte, eines Tages schon. Damals stand Gold unter 400. Heute steht es zehnmal so hoch."

Man warf ihm vor, er wolle nur sein eigenes Produkt verkaufen. Er besaß schließlich eine Goldfirma. Interessant ist dabei die doppelte Moral, die Schiff bis heute anprangert: Bei Aktienempfehlern und den heutigen Krypto-Propheten, die mit Fantasiezahlen von einer Million Dollar pro Bitcoin um sich werfen, fragt niemand nach deren Motiven. Bei Gold hingegen wurde jede Empfehlung als Angstmacherei abgetan.

Die 5.000-Dollar-Marke beim Gold wurde Anfang 2026 tatsächlich überschritten. Die Moderatoren, die sich einst über ihn lustig machten, laden ihn heute nicht mehr ein. Vielleicht, weil die Wahrheit unangenehm geworden ist.

Der amerikanische Immobilienmarkt – ein Kartenhaus vor dem Einsturz

Wer glaubt, aus der Finanzkrise von 2008 habe man gelernt, der irrt gewaltig. Schiff hält den heutigen US-Immobilienmarkt für eine noch größere Blase als jene, die einst Lehman Brothers in den Abgrund riss. Die Rechnung ist ebenso einfach wie erschreckend:

  • Die US-Notenbank hielt die Zinsen viel zu lange viel zu niedrig.
  • Die Hauspreise sind auf ein Zinsniveau von 3 Prozent kalibriert.
  • Die tatsächlichen Hypothekenzinsen liegen inzwischen bei fast 7 Prozent.
  • Wohnen war in den USA noch nie so unbezahlbar wie heute.

Die Preise müssten also fallen. Doch der Staat tut alles, um genau das zu verhindern – aus Angst vor Zahlungsausfällen, Zwangsversteigerungen und Bankpleiten. Das einzige Werkzeug, das den Kollaps aufhalten kann, ist massive Inflation. Und genau hier liegt die perfide Logik:

„Dann fallen die nominalen Preise vielleicht nicht dramatisch, aber real in Gold gerechnet brechen sie umso stärker ein."

Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass dieses Phänomen kein rein amerikanisches ist. Wer die Entwicklung hierzulande verfolgt, sollte unseren Beitrag über den großen Immobilien-Kater und die steigenden Zwangsversteigerungen lesen. Das vermeintliche „Betongold" zerbröselt vielerorts – während echtes Gold seine Kaufkraft über Jahrtausende bewahrt hat.

Die Schuldenlawine – 40 Billionen und kein Ende in Sicht

Die US-Staatsverschuldung marschiert unaufhaltsam auf die 40-Billionen-Dollar-Marke zu. Doch das ist laut Schiff nur die Spitze des Eisbergs. Rechnet man ungedeckte Verpflichtungen wie Sozialversicherung, Medicare, Rentengarantien und Einlagensicherungen hinzu, haftet der amerikanische Staat für weit über 100 Billionen Dollar.

Wenn allein die Zinsen ganze Haushalte verschlingen

Die Zahlen sind schwindelerregend. Die auf das Jahr hochgerechneten Zinsausgaben liegen bereits bei rund 1,6 Billionen Dollar. Zum Vergleich: So groß war 1997 der komplette US-Bundeshaushalt. Und es wird schlimmer:

  1. Immer mehr niedrig verzinste Altschulden aus der Nullzins-Ära laufen aus.
  2. Diese müssen zu deutlich höheren Zinsen refinanziert werden.
  3. Bereits im nächsten Jahr könnten die jährlichen Zinsausgaben 2 Billionen Dollar erreichen.

Schiffs Prognose ist unmissverständlich: Irgendwann wachen die Märkte auf und weigern sich schlicht, weitere Schulden zu kaufen. Dann bleibt als einziger Käufer die Notenbank – die nur kaufen kann, indem sie Geld aus dem Nichts schöpft.

„Am Ende steht entweder der Zahlungsausfall in irgendeiner Form oder massive Inflation."

Inflation ist keine Naturkatastrophe – sie ist eine Entscheidung

Eine der wichtigsten Botschaften Schiffs richtet sich gegen die verbreitete Lüge, Inflation sei ein unkontrollierbares Naturereignis. Sie ist es nicht. Sie ist eine bewusste politische Entscheidung. Die Notenbanken wählen immer die Inflation, weil sie die Alternative fürchten: Haushaltsdisziplin, höhere Zinsen, fallende Aktien- und Immobilienpreise, gekürzte Staatsausgaben.

Und dann kommt der Teil, den kaum jemand ausspricht:

„Sie schieben die Schuld auf die Konzerne, sie schieben sie auf Putin. Es findet sich immer ein Sündenbock. Aber es gibt nur eine Quelle der Inflation: den Staat."

Der Mechanismus ist stets derselbe: Der Staat gibt Geld aus, das er nicht hat. Er leiht es sich. Die Notenbank monetarisiert diese Schulden. So funktioniert es in den USA – und in Europa durch die Anleihekaufprogramme der EZB ganz genauso. Wer sich mit dem größeren Kontext beschäftigen möchte, findet in unserem Beitrag über goldgedeckte US-Anleihen und die mögliche Rückkehr zum Goldstandard spannende Zusammenhänge.

Die Rückkehr des Goldstandards – näher, als viele glauben

Schiff ist überzeugt: Wir kehren zum Goldstandard zurück. Verfassungsrechtlich, so betont er, sei Gold in den USA ohnehin das einzige zulässige Zahlungsmittel. Das heutige Fiatgeld-System sei im Grunde illegal.

Doch das faszinierende Element seiner Vision ist die Rolle der modernen Technologie. Blockchain und tokenisiertes Gold könnten Gold zum praktischen Zahlungsmittel machen – ohne dass das Metall physisch bewegt werden muss:

  • Das Gold bleibt sicher im Tresor.
  • Was den Besitzer wechselt, ist das Eigentum daran.
  • Man kann in Gold sparen, in Gold verdienen und in Gold ausgeben.
  • Das Bankensystem und staatliches Papiergeld werden überflüssig.

Wer diese Zukunft ernst nimmt, sollte über den Aufbau eigener physischer Reserven nachdenken. Klassische Anlagemünzen wie der Maple Leaf aus Gold oder der Wiener Philharmoniker gehören zu den weltweit begehrtesten und liquidesten Formen physischen Goldes. Wer klein einsteigen möchte, findet mit einem 0,1g Goldbarren von Heimerle und Meule bereits einen bezahlbaren Einstieg.

Der Euro – Deutschlands teurer Sündenfall

Besonders schonungslos fällt Schiffs Urteil über den Euro aus. Er bezeichnet die Gemeinschaftswährung als „Inflationsmaschine" und als „Maschine für hemmungslose Staatsausgaben". Bereits Ende der 90er habe er vor der eingebauten Fehlkonstruktion gewarnt.

Das moralische Risiko der 3-Prozent-Regel

Die ursprüngliche Regel, wonach kein Land ein Defizit von mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts haben durfte, sei geradezu eine Einladung zur Verschwendung gewesen. Denn ein solide wirtschaftendes Land bekam dieselben niedrigen Zinsen wie ein Schuldenland. Der Anreiz zur Sparsamkeit wurde damit zerstört.

„Deutschland stünde deutlich besser da, wenn es noch die D-Mark hätte und es gar keine Eurozone gäbe. Wer davon profitiert hat, sind vielleicht Italien, Frankreich, Griechenland. Die konnten einen großen Teil ihrer Staatsausgaben auf die Deutschen abwälzen."

Schiff versteht bis heute nicht, wie die Bundesbank tatenlos zusah, wie Mario Draghi die Zinsen in den negativen Bereich drückte und offen mehr Inflation forderte. Eine starke Währung, so seine Überzeugung, sei immer besser als eine schwache – denn sie steigert die Kaufkraft, senkt Rohstoff- und Kapitalkosten und hebt den Lebensstandard.

Bitcoin – das „tokenisierte Nichts"

Wenn es ein Thema gibt, bei dem Schiff keine Gnade kennt, dann ist es Bitcoin. Für ihn gibt es zwischen Gold und Bitcoin nicht die geringste Ähnlichkeit. Gold sei das nützlichste Metall überhaupt – Bitcoin hingegen habe keinen einzigen echten Anwendungsfall.

„Wenn ich Gold teile, teile ich etwas. Wenn ich Bitcoin teile, teile ich nichts. Und die Hälfte von nichts ist immer noch nichts."

Seine Argumentation ist scharf: Bitcoin sei ein reines Spekulationsobjekt. Menschen kaufen es, weil sie glauben, der Preis steige. Sobald diese Erwartung verschwindet, verschwindet auch die Nachfrage – und ohne Nachfrage sei der Preis null. Bemerkenswert ist sein Hinweis, dass Bitcoin heute tiefer stehe als im April 2021, trotz ETFs, trotz milliardenschwerer Unternehmenskäufe und trotz eines „Bitcoin-Präsidenten".

In Gold gerechnet, so Schiff, liege Bitcoin sogar fast 60 Prozent unter seinem Hoch vom November 2021. Seine These für die Zukunft:

„Am Ende gilt: Wer bei Bitcoin gewinnt, verliert. Du bist der größte Verlierer, weil du die meisten Bitcoin hast."

Gold und Silber – die Zeit der Edelmetalle

Der jüngste Rücksetzer beim Gold von etwa 5.596 auf rund 4.060 Dollar hat manche verunsichert. Schiff bleibt gelassen. Vor wenigen Jahren wäre niemand über einen Goldpreis von 4.000 Dollar enttäuscht gewesen. Die Enttäuschung entstehe nur, weil der Anstieg zuvor so rasant war.

„Der Bullenmarkt ist nicht vorbei. Er erzeugt nur gerade Angst. Genau das machen Korrekturen. Der Markt erklimmt die Mauer der Sorge."

Silber – der kleine Bruder mit großem Potenzial

Auch beim Silber sieht Schiff einen echten Ausbruch aus dem historischen Doppelboden von 1980 und 2011. Die USA haben Silber inzwischen auf die Liste der kritischen Rohstoffe gesetzt. Die industrielle Nachfrage steigt zusätzlich zur monetären Nachfrage – während jahrelang zu wenig in neue Minen und Explorationen investiert wurde. Das Ergebnis: knappes Angebot bei steigender Nachfrage.

Wer die geopolitische Dimension dieser Entwicklung verstehen will, sollte unbedingt unseren Beitrag darüber lesen, wie China mit echtem Gold das westliche Papiergeld-Kartell aushebelt. Denn genau darum geht es bei der weltweiten Entdollarisierung – ein Thema, das auch der stille Widerstand afrikanischer Staaten wie Guinea eindrucksvoll belegt.

Nicht der Euro, nicht der Yuan – Gold wird die Leitwährung

Die zentrale These Schiffs ist zugleich seine kühnste: Der Dollar verliert seinen Status als Weltreservewährung nicht an eine andere Papierwährung. Er verliert ihn an Gold.

„Gold war die Reservewährung vor dem Dollar und es wird die Reservewährung nach dem Dollar sein."

Der einzige Grund, warum der Dollar über das Bretton-Woods-System überhaupt zur Leitwährung wurde, sei seine damalige Golddeckung gewesen. Er war „so gut wie Gold". Seit der Aufhebung dieser Deckung durch den Nixon-Schock 1971 ist der Dollar zu reinem Fiatgeld verkommen – wie jede andere Währung auch. China verfolgt derweil eine langfristige Goldstrategie: Es hortet weit mehr Gold, als es offiziell ausweist, gibt seinen Bürgern Kaufanreize und handelt ausschließlich physisch gedecktes Gold statt Papierversprechen.

Was der Experte privaten Anlegern rät

Zum Abschluss wurde Schiff konkret. Sein Rat für private Anleger in diesen unsicheren Zeiten ist klar und unmissverständlich:

  • Den aktuellen Rücksetzer bei Gold und Silber zum Kauf nutzen.
  • Investiert sein, denn Bargeld halten funktioniert nicht – es ist genau das, was der Staat entwertet.
  • Reale Werte statt Schuldscheine des Staates besitzen.
  • Nicht den überteuerten, überhypten Momentum-Werten hinterherlaufen.

Seine wohl beruhigendste Botschaft an alle, die verunsichert sind:

„Um Gold und Silber müssen Sie sich keine Sorgen machen. Wenn Sie das besitzen, können Sie schlafen wie ein Baby. Sie besitzen etwas Echtes."

Wer diesen Rat beherzigen möchte, findet bei uns eine breite Auswahl an Goldmünzen und Goldbarren. Vom traditionsreichen 1-Unze Krügerrand 2026 über den American Eagle und die Britannia bis hin zum begehrten Lunar und dem China Panda – die Vielfalt physischer Edelmetalle bietet für jeden Anleger den passenden Einstieg. Auch kleinere Stückelungen wie die 0,5g Gold Deutscher Adler 2026 oder das exklusive 1/200-Unze-Stück „Gold Mark" 2026 machen den Einstieg zugänglich.

Fazit: Wer versteht, handelt – wer wartet, verliert

Peter Schiff mag ein unbequemer Zeitgenosse sein. Doch die Geschichte hat ihm bereits mehrfach recht gegeben – bei der Immobilienkrise, beim Goldpreis, bei der strukturellen Schwäche der Vereinigten Staaten. Seine Diagnose ist so einfach wie beunruhigend: Die Politik hat sich für Inflation entschieden, und sie wird an diesem Kurs festhalten, bis es außer Kontrolle gerät.

In dieser Welt ist physisches Gold kein spekulatives Wagnis, sondern der uralte, bewährte Anker finanzieller Unabhängigkeit. Es hat jede Währung überlebt, jede Inflation ausgehalten und jede Krise überdauert. Wer heute handelt, sichert sich einen Vorsprung. Wer wartet, bis es alle verstanden haben, wird zu deutlich höheren Preisen kaufen müssen. Das vollständige Gespräch mit Peter Schiff sollten Sie sich nicht entgehen lassen – es könnte Ihre Sicht auf Geld für immer verändern.

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