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Gold aus Elektroschrott: Wie viel Edelmetall in Handy, Laptop und Rechenzentrum steckt

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In der Schublade eines durchschnittlichen Haushalts liegt ein kleines Rohstofflager, das kaum jemand als solches wahrnimmt. Alte Handys, ausgemusterte Laptops, Ladegeräte und Festplatten enthalten Gold, Silber, Palladium und Kupfer. Weltweit fielen 2022 rund 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an, ordentlich erfasst und wiederverwertet wurde davon gut ein Fünftel. Wie viel Edelmetall aus diesen Geräten tatsächlich zurückkommt und was das für den Goldmarkt bedeutet, rechnet dieser Beitrag nach.

Wie viel Gold in einem Handy steckt

Die meistgestellte Frage zuerst, mit der nüchternen Antwort. Ein Smartphone enthält im Mittel rund 30 Milligramm Gold, also drei Hundertstel eines Gramms. Ein Fachbericht des Öko-Instituts für das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen nennt für ein herkömmliches Mobiltelefon etwa 250 Milligramm Silber, 24 Milligramm Gold und 9 Milligramm Palladium. Für ein Smartphone mit rund 110 Gramm Gewicht liegen die Schätzungen bei etwa 305 Milligramm Silber, 30 Milligramm Gold und 11 Milligramm Palladium. Eine viel zitierte Untersuchung der Universität Plymouth kommt auf einen etwas höheren Goldanteil von rund 36 Milligramm je Gerät.

Die Spannbreite hat einen einfachen Grund. Es gibt kein Standard-Handy. Gerätegeneration, Hersteller, Platinenlayout und Bauteilgröße bestimmen, wie viel Metall verbaut ist. Als Faustregel gilt, dass ältere Technik großzügiger vergoldet wurde. Moderne Geräte kommen mit immer dünneren Schichten und feineren Strukturen aus, und für die Recyclingwirtschaft ist das eine schlechte Nachricht.

Typische Goldgehalte nach Gerätetyp. Näherungswerte, die je nach Modell und Baujahr stark schwanken.
GerätGoldgehaltEinordnung
Klassisches TastenhandyEtwa 24 MilligrammRund 40 Geräte je Gramm Feingold
SmartphoneEtwa 30 MilligrammRund 30 bis 33 Geräte je Gramm
NotebookEtwa 0,1 bis 0,5 GrammGrößere Platinenfläche, mehr Steckkontakte
Desktop-PCBis etwa 0,5 GrammNetzteil, Mainboard, Erweiterungskarten

Praktisch heißt das, dass Sie rechnerisch etwa 30 bis 40 ausgediente Mobiltelefone brauchen, um auf ein einziges Gramm Feingold zu kommen. Ein handelsüblicher 1-Gramm-Goldbarren entspricht damit dem gesamten Goldinhalt einer gut gefüllten Schublade voller Altgeräte, und zwar noch vor allen Verlusten in der Aufbereitung.

Ein Gramm Feingold neben vergoldeten Elektronikbauteilen auf dunklem Untergrund
Ein Gramm Feingold entspricht dem Goldinhalt von rund 30 bis 40 Althandys. Theoretisch zumindest, denn ein Teil geht in der Aufbereitung verloren.

Gold ist in einem Smartphone kein Schmuck, sondern ein Werkstoff mit klarer Aufgabe. Es oxidiert nicht, weshalb ein Kontakt auch nach Jahren noch genauso zuverlässig leitet wie am ersten Tag. Es lässt sich in Schichten von wenigen Mikrometern auftragen und zu hauchdünnen Drähten ziehen, die Chips mit der Platine verbinden. Und es ist so weich und dehnbar, dass sich damit auch im Bereich von tausendstel Millimetern sauber arbeiten lässt. Typische Einsatzorte sind Steckverbinder, Kontaktflächen auf Leiterplatten, Chipgehäuse und Bonddrähte. Genau dort liegt aber auch das Problem der Rückgewinnung, denn das Gold ist nicht als kompaktes Stück vorhanden, sondern als dünner Belag oder feiner Draht, untrennbar vermischt mit Kupfer, Nickel, Zinn, Keramik und Kunstharz.

Reicher als jede Goldmine

Der Vergleich, der das sogenannte Urban Mining überhaupt erst interessant macht, ist der mit dem Bergbau. In klassischem Golderz stecken je nach Lagerstätte typischerweise ein bis fünf Gramm Gold pro Tonne Gestein. Um eine einzige Feinunze zu gewinnen, bewegen Minenbetreiber also mehrere Tonnen Material, brechen es, mahlen es und lösen das Metall chemisch heraus. Eine Tonne alter Mobiltelefone bringt es dagegen je nach Modellmix auf Größenordnungen von einigen Dutzend bis über zweihundert Gramm Gold. Der Elektroschrott ist damit deutlich höher konzentriert als jedes natürliche Erz.

Diese Konzentration erklärt, warum spezialisierte Hütten und Scheideanstalten weltweit um Elektronikschrott konkurrieren, während der einzelne Gerätebesitzer davon nichts hat. Wer wissen möchte, wie am Ende der Kette aus einem Berg zerkleinerter Platinen ein zertifizierter Barren wird, findet die Prozessschritte im Portrait der Raffinerie Umicore.

Für Privatpersonen endet an dieser Stelle der Traum vom Goldschatz in der Schublade. 30 Milligramm Gold sind selbst bei hohen Preisen ein Betrag im niedrigen einstelligen Eurobereich. Bei einem Goldpreis um 128 Euro je Gramm, wie er im September 2026 gilt, entfallen auf ein Smartphone knapp vier Euro Goldwert. Die rund 300 Milligramm Silber ergeben etwa einen halben Euro, das Palladium liegt in ähnlicher Größenordnung. Dem stehen Hürden gegenüber, die sich im Wohnzimmer nicht überwinden lassen. Das Gold liegt nicht in massiver Form vor, mechanisches Abkratzen bringt also nichts. Die chemische Ablösung arbeitet mit aggressiven Säuren oder Cyanidverbindungen und ist damit kein Hobby, sondern genehmigungspflichtige Gefahrstoffhandhabung. Und selbst wenn beides gelingt, übersteigt der Aufwand den Ertrag um ein Vielfaches.

Kurz gesagt

Elektronikschrott ist als Rohstoffquelle ernst zu nehmen, aber ausschließlich im industriellen Maßstab. Für den einzelnen Haushalt ist der Materialwert eines Altgeräts vernachlässigbar. Wer physisches Gold in kleinen Einheiten möchte, kommt über Goldbarren in Grammgrößen ungleich einfacher und kalkulierbarer ans Ziel als über jede Bastellösung.

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Das urbane Rohstofflager in Zahlen

Die belastbarste Datenquelle zum Thema ist der Global E-waste Monitor der UN-Organisationen ITU und UNITAR, dessen vierte Ausgabe im März 2024 erschien. Danach fielen 2022 weltweit rund 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an, ein Plus von 82 Prozent gegenüber 2010. Nachweislich ordnungsgemäß gesammelt und wiederverwertet wurden davon nur 22,3 Prozent. In diesem Abfallstrom steckten etwa 31 Millionen Tonnen Metalle, deren Wert die Autoren auf rund 91 Milliarden US-Dollar beziffern. Etwa 15 Milliarden davon entfallen auf Gold. Bis 2030 rechnen sie mit einem Anstieg auf 82 Millionen Tonnen jährlich, bei tendenziell sinkender Sammelquote.

Regional klafft die Schere weit auseinander. Europa produziert mit rund 17,6 Kilogramm pro Kopf die größte Menge, erreicht aber mit etwa 43 Prozent auch die höchste dokumentierte Sammelquote. In afrikanischen Ländern liegt der ordnungsgemäß erfasste Anteil bei unter einem Prozent. Der Rest landet in informellen Kreisläufen, in denen Metalle unter gesundheitlich bedenklichen Bedingungen zurückgewonnen werden, oder er wird schlicht weggeworfen und deponiert.

Zerkleinerte Leiterplattenfragmente in einem Metallcontainer eines Recyclingbetriebs
Zerkleinerte Platinen sind das Ausgangsmaterial des Urban Mining. Hoch konzentriert, aber nur im industriellen Maßstab wirtschaftlich zu verarbeiten.

Auch für Deutschland gibt es belastbare Schätzungen. Der Digitalverband Bitkom erhebt seit 2012 regelmäßig, wie viele ausrangierte Mobiltelefone in deutschen Haushalten lagern. Der Bestand ist zuletzt gesunken, von 210 Millionen Ende 2022 über 195 Millionen im Frühjahr 2025 auf rund 167 Millionen Geräte im Frühjahr 2026. Trotzdem bewahren nach dieser Erhebung noch 86 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens ein ungenutztes Handy zu Hause auf. Rechnet man 167 Millionen Geräte mit 30 Milligramm Gold hoch, ergeben sich rein rechnerisch etwa fünf Tonnen Gold, dazu rund 50 Tonnen Silber. Das entspricht ungefähr einem Promille der weltweiten Jahresminenproduktion. Der Schatz in deutschen Schubladen ist real, aber er verändert den Weltmarkt nicht.

Vom Altgerät zum Feingold

Der Weg vom Handy zum Barren ist ein mehrstufiger Prozess, an dessen Ende nur wenige spezialisierte Betriebe stehen:

  1. Sammlung und Sortierung. Rücknahmesysteme, Wertstoffhöfe, Herstellerprogramme und gewerbliche Sammler bündeln die Geräte. Schadstoffhaltige Bauteile wie Akkus werden vorab entnommen.
  2. Zerlegung und Zerkleinerung. Gehäuse, Displays und Batterien gehen eigene Wege. Die edelmetallhaltigen Leiterplatten werden herausgetrennt und geschreddert.
  3. Aufkonzentration. Magnetische, elektrostatische und dichtebasierte Verfahren trennen eine metallreiche Fraktion vom Rest.
  4. Schmelze. Die Edelmetalle reichern sich in einer Kupferphase an, unedle Bestandteile gehen in die Schlacke, Kunststoffanteile liefern Prozessenergie.
  5. Scheidung. Erst hier werden Gold, Silber, Palladium und Platin voneinander getrennt und auf Feingehalte von 999,9 gebracht.

Betriebe wie Umicore oder Heraeus gehören zu den bekannten Adressen, die sowohl Altmaterial verarbeiten als auch Barren und Silberbarren für den Anlagemarkt herstellen. Aus Anlegersicht ist dabei ein Punkt wichtig, der oft übersehen wird: Ein Barren aus recyceltem Material ist chemisch nicht von einem Barren aus Minengold zu unterscheiden. Gold ist ein Element, und nach der Scheidung existiert kein Unterschied mehr in Reinheit, Handelbarkeit oder Preis.

Bislang dominierten Konsumgeräte die Diskussion, doch der Aufbau großer Rechenzentren verschiebt die Perspektive. Serverboards, Netzwerkkarten und Steckverbinder enthalten pro Kilogramm regelmäßig mehr Edelmetall als Konsumelektronik, weil dort Zuverlässigkeit schwerer wiegt als Materialkosten. Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Faktor: Serverhardware wird in Zyklen von wenigen Jahren ersetzt und fällt sortenrein und in großen Mengen an. Während 167 Millionen Handys in ebenso vielen Schubladen verteilt liegen, kommt ein ausgemusterter Serverschrank - Fachleute sprechen vom Rack - als geschlossene Lieferung beim Verwerter an. Die Sammelquote dürfte in diesem Segment daher deutlich höher liegen als bei Kleingeräten, für die der Global E-waste Monitor die niedrigsten Werte aller Gerätekategorien ausweist. Zugleich arbeitet die Miniaturisierung gegen die Rückgewinnung, denn moderne Geräte enthalten weniger Gold je Stück als frühere Generationen. Höhere Stückzahlen treffen also auf sinkende Gehalte – der Nettoeffekt ist keineswegs eindeutig positiv.

Welchen Anteil Urban Mining am Goldangebot hat

Hier wird es für die Angebotsseite interessant. Das globale Goldangebot setzt sich aus Minenproduktion und Recycling zusammen, dazu kommen kleinere Posten aus Absicherungsgeschäften der Produzenten. Nach Daten des World Gold Council lag das Gesamtangebot 2025 bei rund 5.002 Tonnen und damit erstmals über der Marke von 5.000 Tonnen. Davon kamen etwa 3.672 Tonnen aus dem Bergbau und rund 1.404 Tonnen aus Recycling. Das ist der höchste Recyclingwert seit 2012, allerdings nur ein Zuwachs von drei Prozent, obwohl der Goldpreis in Dollar im selben Jahr kräftig zulegte.

Entscheidend ist die Zusammensetzung dieses Recyclinganteils. Mindestens 90 Prozent des wiederverwerteten Goldes stammen aus Schmuck sowie aus zurückgegebenen Barren und Münzen. Das industrielle Recycling, im Wesentlichen also Elektro- und Elektronikaltgeräte, macht die verbleibenden rund zehn Prozent aus.

Die Einordnung in einer Zahl

Rechnet man diese zehn Prozent auf das Gesamtangebot hoch, liefert Elektronikschrott grob drei Prozent des jährlichen Goldangebots. Urban Mining ist damit ein Baustein, aber kein Ersatz für den Bergbau und keine Antwort auf strukturell steigende Nachfrage.

Diese Größenordnung ist der Kern des Themas. Elektroschrott wird oft als Lösung für Rohstoffknappheit präsentiert. Tatsächlich ist er ein Zusatzstrom, der bei hohen Preisen wächst und bei niedrigen schrumpft. Dasselbe Muster kennen Sie aus dem Schmucksegment, nachzulesen in unserer Analyse zum Altgold-Recycling und dessen Rolle im Goldangebot. Bei Silber ist der Effekt noch deutlicher, weil ein erheblicher Teil des industriell verbrauchten Silbers so fein verteilt wird, dass er gar nicht mehr zurückkommt. Die Details dazu finden Sie in der Betrachtung zum Silber-Recycling und dem strukturellen Angebotsdefizit.

Zwei Punkte bleiben festzuhalten. Recycling reagiert schnell auf Preise, die Minenproduktion nicht, denn zwischen Fund und Förderung liegen häufig zehn Jahre und mehr. Und Gold ist praktisch unzerstörbar: Nahezu alles jemals geförderte Gold existiert noch. Verfügbar ist es aber nur dann, wenn jemand es verkauft.

Was mit Altgeräten sinnvoll ist

Wenn das Zerlegen ausfällt, bleibt die Frage nach dem vernünftigen Umgang. Drei Wege sind praktikabel:

  • Weitergeben statt lagern. Ein funktionsfähiges Gerät hat als Gebrauchtgerät fast immer einen höheren Wert als sein Materialgehalt. Wiederverwendung schlägt Recycling in der ökologischen wie in der wirtschaftlichen Rechnung.
  • Fachgerecht abgeben. Wertstoffhof, kommunale Sammelstelle, Herstellerrücknahme oder Handel nehmen Altgeräte an. Im Restmüll geht das Metall unwiederbringlich verloren.
  • Daten vorher löschen. Werkseinstellungen zurücksetzen, SIM- und Speicherkarten entnehmen. Das ist kein Rohstoffthema, aber der häufigste Grund, warum Geräte in Schubladen liegen bleiben.

Wer den Rohstoffgedanken für das eigene Vermögen umsetzen möchte, greift ohnehin zum physischen Metall statt zum Schraubendreher. Kleine Einheiten machen den Vergleich anschaulich, denn ein einziger Barren mit einem Gramm Feingold enthält so viel Gold wie rund 30 Smartphones und ist dabei geprüft, gewichtsgenau und jederzeit handelbar.

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Kettner Edelmetalle prüft jedes eingehende Produkt nach ISO-konformen Verfahren auf Echtheit. Das zählt bei recyceltem wie bei neu gefördertem Metall gleichermaßen, weil die Herkunft am fertigen Barren nicht mehr ablesbar ist. Einen Überblick über die verfügbaren Formate finden Sie in den Bereichen Gold und Silber.

Häufige Fragen zu Gold aus Elektroschrott

Wie viel Gold steckt in einem Handy genau?

Ein Smartphone enthält im Durchschnitt etwa 30 Milligramm Gold, ältere Tastenhandys rund 24 Milligramm. Einzelne Untersuchungen kommen auf bis zu 36 Milligramm. Der genaue Wert hängt von Modell, Baujahr und Platinenaufbau ab. Zusätzlich stecken je Gerät rund 300 Milligramm Silber und etwa 11 Milligramm Palladium in der Elektronik.

Wie viele Handys braucht man für ein Gramm Gold?

Rechnerisch etwa 30 bis 40 Geräte, je nach angenommenem Goldgehalt. Diese Rechnung beschreibt allerdings nur den enthaltenen Metallgehalt. Sie bedeutet nicht, dass sich daraus zu Hause ein Gramm Feingold gewinnen ließe, denn die Rückgewinnung ist ein industrieller Prozess mit eigenen Verlusten.

Lohnt es sich, alte Geräte selbst auszuschlachten?

Nein. Der Materialwert eines einzelnen Smartphones liegt im Bereich weniger Euro. Das Gold ist als hauchdünne Schicht aufgebracht und nur mit aggressiven Chemikalien lösbar, deren Handhabung gefährlich und genehmigungspflichtig ist. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag.

Urban Mining bezeichnet die Rückgewinnung von Rohstoffen aus bereits produzierten Gütern, also aus Elektroaltgeräten, Gebäuden, Fahrzeugen und Infrastruktur. Die Metalle, die in unseren Städten, Häusern und Geräten verbaut sind, werden dabei als eigene Lagerstätte betrachtet. Sie liegt nicht unter der Erde, sondern längst in Gebrauch.

Urban Mining bezeichnet die Rückgewinnung von Rohstoffen aus bereits produzierten Gütern, also aus Elektroaltgeräten, Gebäuden, Fahrzeugen und Infrastruktur. Der Bestand an verbauten Metallen wird dabei als Lagerstätte verstanden, die nicht in der Erde liegt, sondern in der Zivilisation selbst.

Ist recyceltes Gold weniger wert als Minengold?

Nein. Nach der Scheidung in der Raffinerie liegt in beiden Fällen chemisch identisches Feingold vor. Reinheit, Preis und Handelbarkeit sind gleich. Unterschiede bestehen allein in der Umweltbilanz der Gewinnung und in den Herkunftsnachweisen, die manche Verarbeiter für ihre Beschaffung dokumentieren.

Wie groß ist der Anteil von Elektroschrott am weltweiten Goldangebot?

Recycling steuerte 2025 rund 1.404 Tonnen zu einem Gesamtangebot von etwa 5.002 Tonnen bei. Mindestens 90 Prozent des recycelten Goldes stammen jedoch aus Schmuck sowie aus zurückgegebenen Barren und Münzen. Für Elektronikschrott bleiben grob zehn Prozent des Recyclingaufkommens, was ungefähr drei Prozent des gesamten Jahresangebots entspricht.

Warum wird so wenig Elektroschrott recycelt?

Weltweit wurden 2022 nur 22,3 Prozent des Elektroschrotts dokumentiert gesammelt und wiederverwertet. Gründe sind fehlende Sammelinfrastruktur, Ausfuhr in Länder mit informellen Verwertungsstrukturen, mangelndes Wissen über Rückgabewege und die Bequemlichkeit, Kleingeräte einfach in den Restmüll zu geben. Gerade bei kleinen Geräten wie Spielzeug, Zubehör oder E-Zigaretten fällt die dokumentierte Quote deutlich niedriger aus als bei Großgeräten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Rohstoffmärkte und Recyclingprozesse. Er stellt keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Edelmetallen dar. Angegebene Metallgehalte sind Näherungswerte aus öffentlich zugänglichen Untersuchungen und schwanken je nach Gerätemodell erheblich. Bei steuerlichen Fragen zum Kauf oder Verkauf von Edelmetallen sollten Sie steuerlichen Rat für Ihre persönliche Situation einholen.

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