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Kettner Bullion

Fed erhöht Zinsen: Wie USA ihre 40-Billionen-Schulden bezahlen

16.09.2026VideoKettner BullionCompanion text AI-generated

Zwölf Menschen. Ein Tisch. Eine Zahl. Was am heutigen Abend in Washington beschlossen wurde, hat kein Parlament abgesegnet, kein Wähler legitimiert – und doch reicht die Wirkung bis in Ihr Wohnzimmer, bis in Ihre Anschlussfinanzierung, bis in Ihr Depot. Die US-Notenbank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Der Markt hatte es erwartet, über 90 Prozent der Händler lagen richtig. Und genau deshalb ist dieser Zinsschritt die langweiligste Nachricht des Tages.

Denn die wirklich brisante Frage stellt niemand im Pressesaal der Fed. Sie lautet: Wie will ein Staat mit über 40 Billionen Dollar Schulden höhere Zinsen überhaupt noch bezahlen?

Die Fed schraubt am kurzen Ende – über das lange entscheiden andere

Es ist eines der größten Missverständnisse der Anlegerwelt: Die Vorstellung, eine Notenbank „mache" die Zinsen. Das ist nur die halbe Wahrheit – und zwar die weniger wichtige Hälfte.

Die Fed setzt den Tagesgeldzins. Das kurze Ende. Was aber am langen Ende passiert, bei zehn- und dreißigjährigen Staatsanleihen, das entscheiden nicht zwölf Stimmberechtigte in Washington, sondern Millionen von Gläubigern weltweit. Und die haben in den vergangenen Wochen ein bemerkenswert deutliches Urteil gefällt.

Im August verlangten Käufer für dreißigjährige US-Anleihen über 5 Prozent. Am 11. September – dem 25. Jahrestag von 9/11 – sprang auch die zehnjährige Rendite über die 5-Prozent-Marke. Kein Zentralbanker hat das beschlossen.

Stellen Sie sich einen ganz normalen Nachmittag im US-Finanzministerium vor. Ein Bildschirm, eine Auktion, ein paar Minuten. Das Ministerium bietet frische Schuldtitel an, und die Welt sagt, zu welchem Preis sie zugreift. Wenn niemand unter 5 Prozent kauft, dann sind es eben 5 Prozent. Angebot und Nachfrage – das brutalste, ehrlichste Preisfindungsverfahren, das die Finanzwelt kennt.

Was der Markt damit sagt, ist unmissverständlich: Wir glauben euren Zahlungsversprechen nicht mehr bedingungslos.

Drei Milliarden Dollar. Pro Tag. Nur für Zinsen.

Rechnen wir das nüchtern durch, denn Zahlen lügen weniger als Pressekonferenzen:

  • Über 40 Billionen Dollar Staatsschulden der USA
  • Über eine Billion Dollar Zinsausgaben allein in diesem Jahr
  • Rund 3 Milliarden Dollar täglich – mehr, als die USA für ihr Militär ausgeben
  • Rund 3,7 Prozent Inflation in den USA – also kein besiegter Preisdruck
  • 7,17 Prozent durchschnittlicher Zins für eine dreißigjährige US-Hypothek

Die größte Militärmacht der Erde gibt mehr für den Dienst an ihren Gläubigern aus als für ihre Streitkräfte. Wer diese Zahl einmal verinnerlicht hat, der versteht, warum das aktuelle Zinsniveau keine Dauerlösung sein kann, sondern eine Zwischenetappe.

Und Deutschland? Die Verzehnfachung, über die niemand spricht

Wer glaubt, das sei ein amerikanisches Problem, sollte einen Blick in den Bundeshaushalt werfen. 2021 zahlte Deutschland rund 4 Milliarden Euro Zinsen. Heute sind es rund 40 Milliarden. Eine Verzehnfachung in wenigen Jahren – und das in einem Haushalt, der gleichzeitig mit Sondervermögen, Sozialausgaben und Transformationsprojekten überladen wird.

Selbst Japan, das Land der Nullzinsen, das Jahrzehnte lang als Beweis dafür galt, dass Staatsschulden folgenlos bleiben, zahlt inzwischen über 4 Prozent für dreißigjährige Papiere. Das ist keine nationale Episode. Das ist eine globale Anleihenkrise in Zeitlupe – und sie ist näher an unserem Alltag, als die meisten wahrhaben wollen.

Meine Einschätzung: Die Zinsen müssen deutlich früher fallen als erwartet

Ich formuliere das bewusst nüchtern, ohne Dramatik: Die Zinsen werden früher und tiefer sinken müssen, als der Markt es heute einpreist. Nicht, weil die Inflation besiegt wäre – sie liegt bei knapp 4 Prozent. Sondern weil der Schuldendienst es erzwingt.

Wenn die Wahl zwischen stabilem Geld und einem zahlungsfähigen Staat fällt, dann wissen Sie aus der Geschichte, wie sie immer ausgefallen ist.

Immer. Ohne Ausnahme. Von Rom über die Weimarer Republik bis zu jedem Währungsexperiment der Nachkriegsordnung. Der Staat rettet sich selbst – und bezahlt wird mit der Kaufkraft der Sparer. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Haushaltsmathematik.

Aktien: Allzeithoch trifft auf Angst

Der S&P 500 notiert bei 7.585 Punkten – historisches Allzeithoch. Gleichzeitig steht der Fear-and-Greed-Index bei 28, also klar im Angstbereich. Diese Kombination ist ungewöhnlich. Sie zeigt einen Markt, der zwar steigt, aber selbst nicht mehr recht daran glaubt.

Die Bewertungen werden getrieben von KI-Euphorie und den Überresten des billigen Geldes. Bei einer echten Zinssenkungsspirale könnte die Party durchaus weitergehen. Aber wenn der Anleihenmarkt kippt, kippen die Aktien mit. Das war historisch immer so. Ein Ritt auf der Rasierklinge.

Der große Denkfehler: Anleihen sind nicht sicher

Hier wird es für viele Anleger unangenehm. Denn die größten Halter von Staatsanleihen sind Lebensversicherer, Pensionskassen, Staaten und institutionelle Investoren – also genau jene Institutionen, denen Millionen Bürger ihre Altersvorsorge überlassen haben.

Eine Anleihe gilt als sicher, weil sie am Ende zurückgezahlt wird. Richtig. Aber sie wird in Fiatgeld zurückgezahlt, nicht in Kaufkraft. Das ist der entscheidende Unterschied.

  • Wer 2020 eine dreißigjährige Bundesanleihe kaufte, sitzt heute auf massiven Kursverlusten
  • Das Geld kommt – irgendwann im Jahr 2050. Was es dann noch wert ist, weiß niemand
  • Wer vorzeitig verkaufen will, muss die Buchverluste realisieren
  • Der TLT-Index für langfristige US-Anleihen hat in den letzten Jahren rund 50 Prozent an Wert verloren

Fünfzig Prozent. In der Anlageklasse, die in jedem Lehrbuch als „risikolos" geführt wird. Wer sich nach diesem Befund fragt, ob es nicht auch bei Edelmetallen Papierkonstrukte mit ähnlichen Gegenparteirisiken gibt, findet in unserer Analyse zu Papiergold und der entscheidenden offenen Frage die passende Einordnung.

Bitcoin: Achterbahn am Zinstropf

Der Kryptomarkt zeigt gerade eindrücklich, wie stark er am Zins hängt. Bitcoin notiert bei rund 75.000 Dollar – etwa 40 Prozent unter dem Höchststand vom Oktober des Vorjahres.

Am 4. September genügte ein starker Arbeitsmarktbericht. Zinsangst kam zurück, Bitcoin rutschte binnen eines Tages auf 80.000 Dollar, 400 Millionen Dollar wurden zwangsliquidiert. Als Beimischung ist das für manche nachvollziehbar. Als Fundament einer Altersvorsorge sehe ich es nicht. Ich bin da bewusst konservativ: Im Alter möchte ich mir keine Sorgen darüber machen müssen, ob eine technische oder regulatorische Variable eintritt, die ich vor Jahrzehnten nicht bedacht habe.

Immobilien: Der Bauzins hängt nicht am Leitzins

Das ist die Nachricht, die deutsche Immobilienbesitzer am meisten betrifft – und die am seltensten ausgesprochen wird. Der Bauzins richtet sich nicht nach dem Leitzins, sondern nach dem langen Ende.

Solange die Renditen bei 5 Prozent kleben, bleibt die Finanzierung teuer und der Markt zäh. Das erklärt auch die Fehlbeträge in dreistelliger Millionenhöhe, die derzeit bei großen Banken auftauchen: Der Markt ist nicht mehr liquide.

Der US-Markt friert ein

In den USA ist die Lage weiter fortgeschritten. Im August standen dort fast 58 Prozent mehr Verkäufer als Käufer im Markt – die größte Differenz, die jemals gemessen wurde. Das ist keine Delle. Das ist eine platzende Blase in Bewegung. Die Korrektur war überfällig, sie wird hart und sie wird lange dauern.

Und in Deutschland?

Immobilien können als Vermögensschutz funktionieren – aber nur unter klaren Bedingungen:

  1. Schuldenfrei, denn Fremdkapital wird im Hochzinsumfeld zum Klotz am Bein
  2. Vermietet, denn nur dann ist es ein Investment und kein Konsum
  3. Politisch belastbar – und genau hier liegt das Problem: Immobilien sind das erste, was ein Staat besteuert, wenn er Geld braucht. Sie sind unbeweglich, registriert und jederzeit greifbar

Die selbstgenutzte Immobilie ist aus reiner Fiatgeld-Perspektive Konsum. Ein Investment in Lebensqualität, ja. Aber sie kostet dauerhaft Geld, sie produziert keines. Und beim Vermieten zeigt sich schon heute, dass der Mietmarkt bei steigender Arbeitslosigkeit deutlich schwieriger wird.

Die Anomalie, über die kaum jemand spricht

Jetzt zum spannendsten Teil. Nach jedem Lehrbuch müsste Gold bei hohen Zinsen fallen. Gold zahlt keine Zinsen, Anleihen schon – also müssten Anleger Gold verkaufen. So die Theorie.

Passiert ist das genaue Gegenteil:

  • Gold 2025: rund +65 Prozent
  • Silber 2025: rund +148 Prozent – das stärkste Jahr seit 1979

Und das mitten in einer Hochzinsphase. Wenn die Zinsen dann wieder fallen – und sie werden fallen müssen –, dann entfällt auch noch das letzte Gegenargument. Wer die Kursentwicklung der letzten Monate verfolgt hat, weiß: Die Bodenbildung war robust, wie unsere Analyse zu Gold rund um die 4.000er-Marke gezeigt hat.

Das leise Misstrauensvotum der Zentralbanken

Wer kauft dieses Gold? Natürlich private Anleger. Aber die wahren Großkäufer sind die Zentralbanken selbst.

  • Q2 2026: netto rund 289 Tonnen Goldzukäufe
  • +62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal
  • Das stärkste zweite Quartal seit Beginn der Erhebungen
  • In einer Umfrage des World Gold Council unter 74 Zentralbanken wollen 45 Prozent in den nächsten zwölf Monaten weiter zukaufen – der höchste Wert seit 2018

Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Die größten Halter von Staatsanleihen der Welt tauschen ihre Papierforderungen – teils unter Realisierung erheblicher Buchverluste – gegen physisches Metall. Das ist kein Kursspiel. Das ist ein leises Misstrauensvotum gegen die Zahlungsversprechen der Staaten.

Und diese Institutionen wissen es besser als jeder Privatanleger. Sie sehen die Bücher. Sie kennen die Refinanzierungspläne. Sie wissen, welche Haushalte nur noch durch Zinsmanipulation funktionieren. Wenn diese Akteure Papier gegen Metall tauschen, dann ist das das lauteste Signal, das ein stiller Markt aussenden kann. Dass sogar in Washington über goldgedeckte US-Anleihen nachgedacht wird, passt exakt in dieses Bild.

Warum Gold strukturell anders ist

Der Grund ist banal und gerade deshalb so mächtig:

  • Gold hat keinen Schuldner. Niemand muss zahlungsfähig bleiben, damit es seinen Wert behält
  • Gold kann nicht ausfallen. Es gibt keine Gegenpartei, die morgen insolvent ist
  • Gold lässt sich nicht beliebig vermehren. Keine Druckerpresse, kein Knopfdruck, keine Bilanzausweitung

Seit rund 6.000 Jahren ist es damit die ehrlichste Anlageklasse der Welt. Kein Marketingversprechen – eine geologische und historische Tatsache. Dass man rund um dieses Metall gerne Mythen und Skandalgeschichten spinnt, zeigt übrigens der Fall des Influencers, der sich mit seinem Goldzähne-Vorwurf gegen die Schweiz vor laufender Kamera blamierte.

Ein Kunde, 71 Jahre alt, und eine Frage, die alles zusammenfasst

Ich hatte vergangene Woche einen Kunden am Telefon. 71 Jahre alt. Er sagte:

„Herr Kettner, ich habe mein Leben lang gespart – und heute weiß ich nicht mehr, welchem Papier ich eigentlich noch trauen soll."

Meine Antwort war einfach: Dann nimm etwas, das kein Papier ist. Etwas, das du anfassen kannst. Das in deiner Hand liegt. Das nicht davon abhängt, wie viel davon in diesem Quartal geschaffen wird. Denn Gold lässt sich nicht in der Geschwindigkeit vermehren, in der Notenbanken Geld erzeugen.

Welche Formen sich anbieten

Der Einstieg ist heute unkomplizierter als je zuvor – und deutlich flexibler, als viele denken. Goldbarren überzeugen durch geringe Aufschläge auf den Materialwert und sind bereits als 0,1-Gramm-Barren von Heimerle und Meule für 21,36 Euro erhältlich – der ideale Weg, sich dem Thema schrittweise zu nähern.

Wer die Kombination aus Materialwert, Prägequalität und weltweiter Handelbarkeit sucht, greift zu Goldmünzen. Die Klassiker sprechen für sich:

Für Liebhaber deutscher Prägungen sind der 0,5g Gold Deutscher Adler 2026 für 106,04 Euro oder die streng limitierte 0,5g Gold Deutsche Mark 2026 im Reverse Proof mit einer Auflage von nur 1.000 Stück für 149 Euro interessant.

Warum Schwankungen Ihr Freund sind – nicht Ihr Feind

Wir befinden uns in einem langfristigen Aufwärtstrend mit massiven Korrekturen. Und genau darin liegt eine unterschätzte Chance. Wer regelmäßig kauft, kauft in Schwächephasen automatisch mehr Gramm für dasselbe Geld – der Cost-Average-Effekt arbeitet für Sie, während andere auf den „perfekten Einstieg" warten, der nie kommt.

Der Kettner Edelmetalle Sparplan setzt hier bewusst auf physisch, vollständig, unbruchstückhaft:

  • Keine Bruchteilseigentümer-Konstrukte, keine „abgebrochenen Stücke Gold"
  • Hinterlegung mit vollgeprägten Barren von Heimerle und Meule
  • Abschluss in unter 60 Sekunden – als Festbetragssparplan ab 50 Euro oder als Produktsparplan mit individuellem Warenkorb
  • Lieferung auf Wunsch automatisch in Ihrem Intervall – kein Lagerzwang
  • Ein Jahr kostenlose Lagerung, falls Sie noch keine eigene Lösung haben
  • Nach einem Jahr Haltefrist ist der Gewinn bei physischen Edelmetallen in Deutschland steuerfrei

Ob 250, 500 oder 1.000 Euro monatlich – entscheidend ist nicht die Höhe, sondern die Regelmäßigkeit und die Tatsache, dass am Ende echtes Metall steht und kein Zahlungsversprechen.

Die Schlagzeile und die Entscheidung

Am 23. September habe ich eine große Runde eingeladen: Professor Dr. Christoph Jon, Professor Thorsten Polleit, Ernst Wolff, Peter Hahne, Roger Köppel von der Weltwoche und Roland Tichy von Tichys Einblick. Vier bis fünf Stunden zum Thema finanzielle Selbstverteidigung – mit konkreten Lösungen, nicht mit Untergangsprosa.

Denn der Kern bleibt: Der Zinsentscheid von heute ist eine Schlagzeile. Die Entscheidung, die wirklich zählt, fällt am Anleihenmarkt. Dort wird gerade abgestimmt, wie viel das Versprechen der Staaten überhaupt noch wert ist. Und das Ergebnis dieser Abstimmung ist für jeden lesbar, der die Renditekurve betrachtet.

Ein neuer Notenbankchef kann uns für eine Weile die Augen verwischen. An der Mathematik von 40 Billionen Dollar ändert das nichts. Die Zinsen werden fallen müssen – und dann glänzen Gold und Silber erst richtig.

Wie sehen Sie diesen Zinsschritt? Rechnen Sie mit fallenden Zinsen beim nächsten Entscheid – und was bedeutet das für die EZB und den Euroraum? Schreiben Sie es in die Kommentare. In der Schwarmintelligenz sind wir gemeinsam klüger.

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