Deutschlands Energiepolitik: Deindustrialisierung durch Fehlentscheidungen
Es gibt Sätze, die brennen sich ein. „Nur die Deutschen sind so blöd" – wer das aus dem Mund eines promovierten Chemikers, Honorarprofessors und Aufsichtsratsvorsitzenden eines der größten Kupferproduzenten der Welt hört, der könnte versucht sein, es als Polemik abzutun. Doch wenn Professor Dr. Fritz Vahrenholt diesen Satz ausspricht, dann steckt dahinter kein Stammtisch-Ressentiment, sondern eine kalte, datengestützte Analyse einer Energiepolitik, die Deutschland in atemberaubendem Tempo deindustrialisiert.
Vahrenholt ist kein Außenseiter. Er war Umweltsenator in Hamburg, hat Windkraftanlagen entwickelt, für Shell Solaranlagen gebaut – und gilt heute dennoch als einer der schärfsten Kritiker des deutschen Energiekurses. Genau diese Biografie macht seine Worte so unbequem. Denn er kann nicht als ahnungsloser Querulant abgetan werden. Er weiß, wovon er spricht.
Der Smart Meter: Wenn der Staat bestimmt, wann Sie Wäsche waschen
Beginnen wir bei einem scheinbar harmlosen Detail, das in Wahrheit das gesamte Dilemma offenbart: dem Smart Meter. Die Europäische Kommission möchte, dass jeder Bürger ein solches intelligentes Messgerät erhält. Die offizielle Begründung? Kostenersparnis. Die wahre Begründung ist eine andere – und sie ist deutlich beunruhigender.
Der wirkliche Hintergrund ist, dass die Europäische Kommission nun auch merkt, dass wir in den nächsten Jahren Stromknappheiten zu bekommen haben.
Der Plan dahinter: Die Bürger sollen ihre Wäsche künftig nachts waschen. Man stelle sich das Szenario vor. Der Arbeitnehmer kommt nach Hause, lädt das E-Auto, schaltet den Herd ein, startet die Spülmaschine, dann die Waschmaschine. Das erzeugt enorme Lastspitzen – genau zu jener Tageszeit, in der Deutschland nach der Stilllegung von 17 Kernkraftwerken und zahlreichen Kohlekraftwerken am verwundbarsten ist.
Es ist, mit Vahrenholts Worten, eine „enorme Übergriffigkeit". Der Bürger soll sich in seiner Dispositionsfreiheit einschränken lassen – nur weil die Politik versagt hat. Wer in der Zweizimmerwohnung um Mitternacht die rumpelnde Waschmaschine ertragen muss, zahlt den Preis für eine Energiepolitik, die ihren eigenen Versprechen nicht mehr gerecht wird.
Ein politisches Programm, kein Zufall
Das Entscheidende ist: Die kommende Stromknappheit ist kein Betriebsunfall. Sie ist politisch gewollt. Das sogenannte Energieeffizienzgesetz der Ampelregierung schreibt vor, dass Deutschland bis 2030 ganze 22 Prozent weniger Energie verbrauchen soll, bis 2045 sogar 45 Prozent weniger.
Klingt nach Fortschritt? Ist es nicht. Denn es gibt eine eiserne Gesetzmäßigkeit, die jeder kennt, der sich ernsthaft mit dem Energiesektor befasst:
Es gibt eine lineare Beziehung zwischen Wohlstand und Energieverbrauch. Die Länder mit einem geringen Energieverbrauch haben auch immer den geringsten Wohlstand.
Wer also weniger Energie verbrauchen will, der will – ob bewusst oder nicht – weniger Wohlstand. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die Welt vor einem historischen Energiehunger steht. Künstliche Intelligenz, Datenzentren, Robotik, selbstfahrende Fahrzeuge – all das frisst Strom in nie gekannten Mengen. Während die USA und China sich fragen, wie sie genug Kraftwerke bauen können, fragt sich Deutschland, wie es weniger verbrauchen kann.
Der amerikanische Gegenentwurf
Wie anders die Welt tickt, zeigt der Blick über den Atlantik. In den USA gilt eine einfache Regel: Wer ein Rechenzentrum bauen will, muss selbst für die Stromversorgung sorgen. Und so entstehen dort gerade gigantische Areale, bei denen direkt neben dem Datenzentrum gleich mehrere Kernkraftwerke errichtet werden – von Amazon, Microsoft und anderen Tech-Giganten. Die Strompreise für die normalen Bürger bleiben dadurch unberührt.
- USA: „Uns ist es völlig wurscht, woher die Energie kommt – Hauptsache preiswert und zuverlässig."
- China: Baut munter weiter Kohlekraftwerke, von der UNO bequem als „Entwicklungsland" eingestuft.
- Deutschland: Will bis 2045 auf null CO₂ – ein, so Vahrenholt wörtlich, „reiner Selbstmord".
Die zurückgezogene Horrorstudie – und das große Schweigen
Besonders pikant: Das Potsdam-Institut musste kürzlich seine vielzitierte Studie über angeblich 19 Prozent weltweiten Einkommensverlust durch den Klimawandel wegen fundamentaler Fehler zurückziehen. Diese Studie hatte den letzten Weltklimabericht maßgeblich beeinflusst. Jahrelang diente sie dazu, Angst zu schüren.
Und nun? Stille. Kein Aufschrei in den Leitmedien, keine selbstkritische Aufarbeitung. Dabei wäre das eine Sensation gewesen. Denn die Expertengruppe, die die Klimaszenarien für den Weltklimarat erstellt, hat vor wenigen Wochen das Katastrophenszenario faktisch abgesagt.
Wir kriegen nur noch eine sehr mäßige Erwärmung. Und jetzt müsste man doch eigentlich davon ausgehen, dass die Medien sagen: Was ist das für eine tolle Nachricht? Die Welt geht nicht unter. Es passiert aber nicht.
Warum eigentlich nicht? Vahrenholts Antwort ist entwaffnend ehrlich: Weil ein Eingeständnis ein Offenbarungseid von Medien und Politik wäre. Man hat den Bürgern jahrelang Geld aus der Tasche gezogen – CO₂-Steuern auf Benzin, auf Heizöl, auf Flugtickets, auf industrielle Emissionen. Jährlich 15 bis 16 Milliarden Euro. Würde man jetzt zugeben, dass all das nicht nötig war, käme das einem politischen Bankrott gleich.
Wissenschaft auf Bestellung
Ein zentraler Vorwurf wiegt schwer: In Deutschland sei aus Klimaforschung politische Auftragsforschung geworden. Wer als Wissenschaftler heute einen Antrag stellt, um die natürlichen Ursachen des Klimawandels zu untersuchen – Sonneneinstrahlung, Wolkenbedeckung, kosmische Strahlung – bekommt keine Fördermittel. Wer hingegen erforschen will, wie schädlich CO₂ ist, dem werden die Gelder hinterhergeworfen.
Vahrenholt selbst hat publiziert, dass ein erheblicher Teil der Erwärmung der letzten 25 Jahre auf den Rückgang der Wolkenbedeckung zurückgeht. Die Luft ist sauberer geworden, weniger Staub bedeutet weniger Wolkenbildung, also mehr direkte Sonneneinstrahlung. Solche Befunde werden schlicht ignoriert. Wer die offizielle Doktrin hinterfragt, wird als „Klimaleugner" diffamiert und aus den Institutionen gedrängt.
In genau solchen Zeiten der Verunsicherung wenden sich immer mehr Menschen einem Wertspeicher zu, der seit Jahrtausenden Bestand hat: physischem Gold. Es ist kein Zufall, dass gerade konservative Anleger in Goldbarren und Goldmünzen einen Anker suchen, wenn ihnen das Vertrauen in staatliche Institutionen abhandenkommt.
Die Milchmädchenrechnung der „billigen" Erneuerbaren
Bundesumweltminister Schneider behauptet, Wind und Sonne seien die billigsten Energieformen. Gleichzeitig hat Deutschland die höchsten Strompreise der Welt. Wie passt das zusammen? Gar nicht. Denn die Rechnung blendet die Systemkosten aus.
Ein Windkraftwerk liefert nur etwa ein Viertel des Jahres bei Volllast. Für die restliche Zeit braucht es ein Backup – entweder teure Speicher oder Gaskraftwerke. Rechnet man allein die 16,5 Milliarden Euro EEG-Subventionen auf den tatsächlich erzeugten Wind- und Solarstrom um, landet man nicht bei 7 bis 10 Cent pro Kilowattstunde, sondern bei 17 bis 20 Cent.
- Vermeintlicher Preis: 7–10 Cent pro Kilowattstunde
- Tatsächlicher Preis inkl. Systemkosten: 17–20 Cent pro Kilowattstunde
- Dreimal so teuer wie Gas
- 650 Milliarden Euro allein für den Netzausbau
Mit diesen Summen ließen sich jährlich zwei neue Kernkraftwerke bauen. Stattdessen wird Kapital in einem Ausmaß vernichtet, das historisch beispiellos ist.
Wenn Nachbarn die Reißleine ziehen
Besonders alarmierend: Schweden und Norwegen haben erklärt, sie wollten keine neuen Stromleitungen mehr nach Deutschland bauen. Der Grund? Die unkoordinierte deutsche Wind- und Solarproduktion reißt ihre eigenen Strompreise in den Keller oder in die Höhe und macht ihre Kraftwerke unwirtschaftlich. Deutschland droht zum Geisterfahrer auf der europäischen Autobahn zu werden.
Der perverse CO₂-Effekt
Die wohl bitterste Ironie der gesamten Energiepolitik: Sie erhöht den weltweiten CO₂-Ausstoß. Wenn Konzerne wie BASF ihre Produktion nach China verlagern, entsteht dort die drei- bis vierfache CO₂-Menge pro Produkt, weil der chinesische Strommix stark von Kohle geprägt ist.
Wir verlieren nicht nur die Arbeitsplätze und das Steueraufkommen – wir erhöhen sogar die globale CO₂-Emission. Das ist doch alles völlig irre.
Sogar bei E-Autos kehrt sich die Logik um. Professor Hans-Werner Sinn hat berechnet, dass ein E-Fahrzeug rund 80.000 Kilometer fahren muss, um überhaupt mit einem Dieselfahrzeug auf dieselbe CO₂-Bilanz zu kommen. Die Batterie, in China auf Kohlestrombasis produziert, schleppt einen gewaltigen CO₂-Rucksack mit sich. In den ersten Jahren ist das chinesische E-Auto also schmutziger als der Diesel.
Europa baut Kernkraft – Deutschland schaltet ab
Während Deutschland sich verweigert, denkt der Rest Europas pragmatisch. Die Niederlande bauen zwei neue Kernkraftwerke, Polen plant Standorte an der Oder, Belgien hat sein Kernenergiegesetz reformiert, Frankreich und Schweden bauen weiter. Insgesamt rund 30 Staaten erweitern ihre Kernkraftkapazitäten.
Und Deutschland? Umweltminister Schneider droht mit einem deutschen Veto gegen EU-Kernenergieförderprogramme – ausgerechnet in einem Land, das ohne französischen und tschechischen Atomstrom längst Blackouts wie in Spanien erleben würde. Selbst Ursula von der Leyen bezeichnete den deutschen Atomausstieg inzwischen als „strategischen Fehler", wenn auch ohne persönliche Entschuldigung.
Die vierte Generation – und das gelöste Endlagerproblem
Dabei steht eine Technologierevolution vor der Tür. Die Small Modular Reactors und insbesondere die vierte Generation von Reaktoren sind inhärent sicher – sie können physikalisch nicht durchbrennen. Das Störfallrisiko liegt nicht bei eins zu einer Milliarde, sondern bei null.
- Kein GAU mehr möglich – die Angst vor der Kernschmelze ist erledigt
- Kein Millionen-Jahre-Endlager nötig – die Reaktoren verarbeiten alten Atommüll
- Endlagerzeit von nur 300 bis 500 Jahren statt einer Million Jahre
- Deutschland nimmt an dieser Entwicklung nicht teil
Einst war Deutschland mit den Forschungszentren Jülich und Karlsruhe weltweit führend in der Kerntechnik. All das wurde zerstört. Die klugen Köpfe sind nach Skandinavien, Frankreich und Tschechien abgewandert. Die Forschung findet heute in den USA, China, Russland und sogar bei Rolls-Royce in England statt.
Der Rohstoffhunger, den niemand bedenkt
Hier kommt Vahrenholts Expertise als Kupferexperte ins Spiel. Die Erneuerbaren brauchen kein Öl, kein Gas, keine Kohle – aber sie verschlingen Rohstoffe in unvorstellbaren Mengen. Eine einzige Windkraftanlage benötigt mehrere hundert Kilo seltene Erden für die Magnete und tonnenweise Kupfer.
Wenn Deutschland die Erneuerbaren bis auf 100 Prozent ausbauen würde, bräuchte es allein den gesamten Weltjahresverbrauch an Kupfer. Das Kupfer ist gar nicht da. Die seltenen Erden sind gar nicht da.
Genau dieser Rohstoffhunger – getrieben durch Elektrifizierung, Automatisierung, Robotik und KI-Rechenzentren – wird die Märkte in den kommenden Jahren prägen. Und er erklärt, warum kluge Köpfe ihr Vermögen breit aufstellen.
Was tun? Vermögensschutz in einer entgleisenden Politik
Auf die Frage, wie man heute sein Vermögen und seine Familie schützt, antwortet Vahrenholt zurückhaltend, aber unmissverständlich. Er gibt keine Finanzratschläge – aber er erzählt, was er selbst tut. Und das ist aufschlussreich.
Er investiert nur in das, was er versteht: die Energiemärkte und den Hunger nach Metallen. Uran, weil die Welt zur Kernenergie zurückkehren wird. Kupfer, weil Elektrifizierung und KI unaufhaltsam sind. Und – besonders bemerkenswert – Edelmetalle.
Das Gleiche gilt natürlich auch für Gold. Gold als Sicherheit zusätzlich.
Das ist die entscheidende Botschaft eines Mannes, der die geopolitischen und industriellen Strömungen wie kaum ein zweiter durchschaut. Gold ist die Versicherung gegen das Versagen der Politik. Es leitet nicht industriell wie Silber, das in jedem Chip steckt – aber genau das macht es zum reinen Sicherheitsanker, unabhängig von Konjunkturzyklen und Industriepolitik.
Welche Wege bleiben dem konservativen Anleger?
Wer Vahrenholts Logik folgt, der diversifiziert mit physischen Werten, die man in der Hand halten kann. Klassiker wie der Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker gehören seit Jahrzehnten zu den weltweit anerkanntesten Anlagemünzen. Wer kleinere Stückelungen bevorzugt, findet etwa mit dem 1g Gold Maple Leaf oder dem 0,1g Goldbarren von Heimerle und Meule einen niedrigschwelligen Einstieg.
- Der Lunar und das Känguru aus Australien
- Der American Eagle aus den USA
- Die Britannia aus Großbritannien
- Der China Panda mit jährlich wechselndem Motiv
- Der zeitlose Klassiker als 1 Unze Gold Krügerrand 2026
Wer dem Trend einen patriotischen Akzent verleihen möchte, findet in deutschen Prägungen wie dem 0,5g Gold Deutscher Adler 2026 oder dem limitierten 0,5g Gold Tim Kellner 2026 in polierter Platte interessante Sammlerstücke.
Das größere Bild: Gold als globales Machtinstrument
Dass Gold weit mehr ist als nur ein privater Vermögensschutz, zeigt der Blick auf die geopolitische Bühne. Während ganze Staaten ihre Goldreserven neu bewerten, ringen Nationen um die Kontrolle über ihre Rohstoffe. Lesenswert dazu ist unsere Analyse über Afrikas stilles Aufbegehren, wie Guinea den Abfluss seines Goldes stoppt, sowie die Geschichte über Russlands goldene Luftnummer mit 500 versprochenen Tonnen. Wer es kriminell mag, dem sei die kuriose Geschichte vom CIA-Beamten empfohlen, der 40 Millionen Dollar in Gold abzweigte.
Fazit: Der Realismus kehrt zurück – die Frage ist nur, wie viel Schaden bleibt
Vahrenholt ist überzeugt: Die Wende kommt. In zwei bis drei Jahren werde Deutschland so am Ende sein, dass die Realität sich nicht länger leugnen lässt. Würde man die CO₂-Belastung wegnehmen und sich mehr Zeit lassen, entstünde ein „Konjunkturprogramm, wie wir es noch nie gesehen haben" – Investitionen würden zurückfließen, Energie würde billiger, die Reindustrialisierung könnte beginnen.
Doch bis dahin gilt es, das eigene Vermögen vor den Folgen einer entgleisenden Politik zu schützen. Die Botschaft eines Mannes, der sein Leben lang vor dem Verlust unseres Wohlstands gewarnt hat, ist klar: Investiere in das, was du verstehst. Setze auf reale Werte. Und vergiss nie die älteste Versicherung der Menschheitsgeschichte.
Gold hat jede Währung überlebt. Es wird auch diese Energiepolitik überleben. Wer rechtzeitig handelt, der muss die kommenden Verwerfungen nicht fürchten – sondern kann ihnen mit der Gelassenheit dessen begegnen, der seine Finanzen auf ein Fundament gestellt hat, das keiner Subvention, keiner Doktrin und keinem politischen Wankelmut unterworfen ist.
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