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Digitale ID: Kontrolle statt Freiheit – Die versteckte Abhängigkeit

08.10.2026PodcastKettner BullionCompanion text AI-generated

Ein Lastwagen mit Lebensmitteln, irgendwo in Afrika. Die Menschen davor haben Hunger, die Säcke liegen bereit. Ausgegeben wird aber nur an diejenigen, die ein Smartphone besitzen, sich registriert haben und ihre Ration digital abscannen lassen. Entweder scannen oder hungern. So schildert der Publizist Tom-Oliver Regenauer die Praxis bei Hilfsprogrammen der Vereinten Nationen. Man muss nicht jedes Detail dieser Schilderung teilen, um zu verstehen, worauf sie zielt: Wer Zugang zu Grundlegendem an eine digitale Identität knüpft, schafft eine neue Form der Abhängigkeit.

Genau diese Abhängigkeit ist das Thema eines Gesprächs, das Dominik Kettner mit Regenauer geführt hat. Es geht um die digitale ID, um den digitalen Euro, um Datenkonzerne und um die Frage, wie viel Freiheit übrig bleibt, wenn Identität, Geld und Algorithmus zu einem einzigen System verschmelzen. Unsere Einschätzung vorweg: Die Debatte wird in Deutschland viel zu leise geführt. Und sie hat mehr mit Ihrem Vermögen zu tun, als Ihnen lieb sein dürfte.

Das Fundament, auf dem alles andere steht

Regenauer, der fast zwei Jahrzehnte international als Projekt- und Programmmanager sowie als Strategieberater gearbeitet hat und seit 2021 im Tessin lebt, hat seine Position auf X in einem Satz zusammengefasst, der provozieren soll:

„Digital Public Infrastructure ist die Infrastruktur für einen digitalen Gulag und dient lediglich jenen, die sie kontrollieren.“

Ein harter Vergleich. Doch das Argument dahinter ist nüchtern. Viele Kritiker konzentrieren sich auf den digitalen Euro. Regenauer setzt eine Ebene tiefer an: Ohne digitale Identität funktioniert keines der anderen Systeme. Sie sei das Fundament des Hauses. Erst wenn jeder Bürger eindeutig und maschinenlesbar identifiziert ist, lassen sich daran weitere Bausteine andocken.

Welche das sein könnten, zählt Regenauer auf. Ein Teil davon ist heute bereits Realität oder konkret in Planung, ein anderer Teil ist seine Projektion in die Zukunft:

  • Elektronische Patientenakte und digitaler Führerschein
  • Bonitätsprüfung und Führungszeugnis
  • Das Geld selbst, über eine digitale Wallet
  • Perspektivisch Social-Media-Konten, Energie- oder CO₂-Kontingente

Nach Regenauers Darstellung habe Bundesdigitalminister Karsten Wildberger die digitale ID ausdrücklich nicht als fertiges Werkzeug, sondern als Prozess beschrieben, der weiterlaufen und ausgebaut werde. Ehrlich gesagt: Genau das sollte jeden aufhorchen lassen. Ein Werkzeug kann man weglegen. Ein Prozess hat kein Ende.

Freiwillig – bis es nicht mehr anders geht

Rechtlich ist die Lage in der EU klar geregelt. Mit der Novelle der eIDAS-Verordnung (EU) 2024/1183 müssen alle Mitgliedstaaten ihren Bürgern eine EUDI-Wallet, also eine europäische digitale Brieftasche, anbieten. In Deutschland soll das Angebot nach den Plänen des Digitalministeriums Anfang 2027 starten. Regenauer zufolge seien die meisten Mitgliedstaaten mit der Umsetzung im Verzug.

Offiziell heißt es: Die Nutzung ist freiwillig. So steht es tatsächlich in der Verordnung. Doch Freiwilligkeit auf dem Papier ist das eine. Die Frage ist, was geschieht, wenn Behörden, Arbeitgeber und Dienstleister nach und nach nur noch den digitalen Weg anbieten.

Der Blick nach Österreich

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt nach Regenauers Beobachtung Österreich. Dort besitze bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung die ID Austria. Auf seiner Vortragsreise im September habe ihm eine Lehrerin geschildert, sie könne die Klausuren ihrer Klasse nicht mehr in das Schulportal hochladen, ohne sich per ID einzuloggen. Ihre Wahl laute: Job aufgeben oder die ID annehmen.

Ähnlich sei die Lage für Beamte, die ohne digitalen Login nicht mehr in ihre Systeme kämen, und für Landwirte, die ihre Förderanträge zunehmend nur noch digital stellen könnten. Wer auf Subventionen angewiesen ist, hat in einem solchen Umfeld faktisch keine Wahl.

Unsere Einschätzung: Die entscheidende Frage ist nicht, ob die digitale ID gesetzlich verpflichtend wird. Die entscheidende Frage ist, wie viele Türen ohne sie noch offen bleiben.

Genau hier liegt die Lücke zwischen Darstellung und Wirkung. Kein Gesetz muss den Bürger zwingen, wenn der Alltag es übernimmt. Regenauer bringt das auf eine Formel, die man nicht mehr vergisst:

„Es muss einen nämlich nicht mehr mit der Waffe bedrohen. Der Algorithmus ist unsichtbar, es gibt keinen Ansprechpartner, niemand ist verantwortlich – das ist Technokratie.“

Früher konnte man am Schalter mit einem Beamten reden. Man konnte erklären, warum man einen Tag zu spät kam, und bekam den Stempel vielleicht trotzdem. Ein Webportal kennt keine Kulanz. Es kennt nur gültig oder ungültig.

Die Schweiz: Zweimal abstimmen, bis es passt?

Besonders aufschlussreich ist der Fall der Schweiz. 2021 lehnten die Stimmbürger eine privatwirtschaftlich organisierte E-ID deutlich ab, mit rund 64 Prozent Nein-Stimmen. Im September 2025 kam eine neue, staatliche Version an die Urne und wurde mit gut 50,4 Prozent äußerst knapp angenommen.

Dominik Kettner stellt im Gespräch die Frage, die sich viele stellen: Ist das Zermürbungstaktik? Wird so lange abgestimmt, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt? Regenauer verweist auf die EU, die mit wiederholten Anläufen bei der Chatkontrolle ein ähnliches Muster zeige. Die Frage muss erlaubt sein, ob hier nach und nach nur noch über das Wie gestritten wird, nicht mehr über das Ob.

Stadt gegen Land

Regenauer weist zudem auf eine Besonderheit hin. Bei einem Referendum über ein Gesetz entscheidet in der Schweiz allein das Volksmehr, nicht zusätzlich das Ständemehr der Kantone. Nach seiner Darstellung hätte eine Mehrheit der Kantone die E-ID abgelehnt. Den Ausschlag hätten bevölkerungsreiche Ballungsräume wie Zürich, Basel, Bern und Genf gegeben, wo zahlreiche internationale Organisationen und NGOs ansässig sind.

Ganz schwarz sieht Regenauer für seine Wahlheimat trotzdem nicht. Der Föderalismus, die Autonomie von Kantonen und Gemeinden und die ausgeprägte Abneigung der Eidgenossen gegen Zwang wirkten bremsend. Zudem gebe es laut Regenauer bereits Verzögerungen, weil die geplante Technik nachgebessert werden müsse. Wer sich für die schweizerische Sicht auf das Thema Gold interessiert, findet bei uns auch Augenzwinkerndes, etwa zum Goldzähne-Vorwurf gegen die Schweiz, bei dem sich ein Influencer vor laufender Kamera blamierte.

Übrigens: Wer die schweizerische Tradition der Stabilität in physischer Form schätzt, kennt das legendäre Vreneli Gold 20 Franken oder seine kleine Schwester, das Vreneli Gold 10 Franken. Diese Münzen stammen aus einer Zeit, in der Geld noch durch Metall gedeckt war und nicht durch Versprechen.

Großbritannien: Das Labor der Altersverifikation

Wie schnell es gehen kann, zeigt Großbritannien. Seit Sommer 2025 müssen sich Nutzer im Rahmen des Online Safety Act für bestimmte Inhalte im Internet ausweisen. Die Folge: Die Anmeldungen bei VPN-Diensten, mit denen man seinen Standort verschleiern kann, schossen in die Höhe.

Regenauer beschreibt zwei Mechanismen, die er für typisch hält:

  1. Einführung über die Hintertür: Die Einschränkungen seien bei vielen Nutzern nicht durch einen sichtbaren Staatsakt angekommen, sondern über Software-Updates und Plattformvorgaben. Für Regenauer ist das Korporatismus, also die enge Verschränkung von Staat und Konzernen.
  2. Ablenkung durch Teilsiege: Gegen ein offen angekündigtes ID-Projekt habe es breiten Widerstand gegeben, die Regierung sei teilweise zurückgerudert. Parallel liefen jedoch andere Verfahren unter anderen Namen weiter, etwa als „Single Sign-on“ oder Altersnachweis.

Altersverifikation klingt nach Jugendschutz. Doch technisch bedeutet sie: Um festzustellen, wer 15 ist, muss man auch feststellen, wer 50 ist. Jeder muss sich ausweisen. Damit ist die anonyme Teilnahme am Netz, das anonyme Kommentieren, Bloggen und Informieren, grundsätzlich in Frage gestellt. Dass die geplante Alters-App der EU nach Berichten auf Technik eines US-Konzerns aufsetzen soll, macht die Sache aus europäischer Sicht nicht beruhigender.

Regenauer verweist zudem auf Zahlen, wonach in Großbritannien jährlich mehr als 12.000 Menschen im Zusammenhang mit Online-Äußerungen festgenommen würden. Man muss die Größenordnung nicht im Detail teilen, um festzustellen: Ein Land, das Meinungsäußerungen strafrechtlich derart engmaschig verfolgt, sollte nicht das Vorbild für europäische Digitalpolitik sein.

Wenn Identität und Geld verschmelzen

Jetzt wird es für jeden Sparer und Anleger konkret. Denn die digitale ID ist nur die eine Hälfte. Die andere ist das Geld.

Die EZB hat im Herbst 2025 das portugiesische Unternehmen Feedzai für die Betrugs- und Risikomanagement-Komponente des digitalen Euro ausgewählt. Offiziell heißt es, die Notenbank selbst solle nicht nachvollziehen können, wofür einzelne Bürger ihr Geld ausgeben. Dominik Kettner stellt die naheliegende Frage: Wie passt das zusammen, wenn im Hintergrund eine KI jede Zahlung auf Auffälligkeiten prüft? Und wer legt fest, was als verdächtig gilt?

Was im Verordnungsentwurf wirklich steht

Ein Blick in den Entwurf der EU-Verordnung zum digitalen Euro lohnt sich. Immer wieder wird behauptet, er sei „nicht programmierbar“. Das Kleingedruckte ist differenzierter:

  • Artikel 24 Absatz 1 erlaubt sogenannte bedingte Zahlungen, die automatisch ausgelöst werden, sobald festgelegte Bedingungen erfüllt sind.
  • Absatz 2 bezeichnet den digitalen Euro zugleich als „nicht programmierbares Geld“. Die technischen Standards dafür setzt allerdings die EZB selbst.
  • Vorgesehen sind Haltegrenzen pro Bürger, also eine Obergrenze dafür, wie viel digitales Zentralbankgeld man besitzen darf.
  • Eine Verzinsung ist nicht vorgesehen.
  • Die zentrale Infrastruktur liegt in der Hand der Notenbank.
Unsere Einschätzung: Die Technik schafft die Möglichkeit zur Steuerung. Wie weit sie genutzt wird, entscheidet die Politik von morgen – nicht das Versprechen von heute.

Der „Unified Ledger“ der BIZ

Regenauer lenkt den Blick noch eine Ebene höher, zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, der Bank der Zentralbanken. Die BIZ hat in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2023 das Konzept eines „Unified Ledger“ vorgestellt, einer gemeinsamen Plattform, auf der tokenisiertes Zentralbankgeld, Geschäftsbankengeld und andere Vermögenswerte zusammengeführt werden sollen. Projekte wie Helvetia oder Agorá testen entsprechende Architekturen.

Regenauers These: Selbst wenn die EZB auf nationaler Ebene keinen direkten Einblick in einzelne Zahlungen habe, würden die Daten auf übergeordneter Ebene zusammenlaufen. Ob Stablecoin, digitaler Dollar oder digitaler Euro, am Ende laufe alles über eine gemeinsame Infrastruktur. Einen Beleg dafür, dass die BIZ tatsächlich auf Einzeldaten zugreift, gibt es nicht. Die Sorge speist sich vielmehr aus öffentlichen Aussagen.

Bekannt ist vor allem ein Auftritt des damaligen BIZ-Generaldirektors Agustín Carstens im Oktober 2020. Sinngemäß sagte er, bei digitalem Zentralbankgeld hätte die Notenbank die vollständige Kontrolle über die Regeln seiner Verwendung – und auch die Technologie, diese durchzusetzen. Regeln beschließen und Regeln durchsetzen: Wer das als Bürger hört, sollte genau hinhören.

Stablecoins, Staatsschulden und die Tokenisierung der Welt

Auch jenseits des Atlantiks verändert sich das Geldsystem. Mit dem GENIUS Act hat die US-Regierung 2025 Regeln für Stablecoins geschaffen. Herausgeber müssen ihre Token mit Reserven decken, zu denen insbesondere kurzlaufende US-Staatsanleihen gehören.

Regenauer sieht darin einen naheliegenden Zweck: Wenn klassische ausländische Käufer wie China ihre Bestände an US-Anleihen nicht mehr ausbauen, braucht Washington neue Abnehmer. Stablecoin-Emittenten werden so zu einer neuen Nachfragequelle für Schulden. Und diese Schulden wachsen: Die US-Staatsverschuldung bewegt sich auf die Marke von 40 Billionen Dollar zu. Seit Gründung der Federal Reserve 1913 hat der Dollar mehr als 95 Prozent seiner Kaufkraft verloren.

Unsere Einschätzung: Hier wird Schuldfinanzierung in ein modernes digitales Gewand gekleidet. Spannend ist, dass in den USA parallel auch über Gold als Sicherheit nachgedacht wird – mehr dazu in unseren Beiträgen Gold-Strategin im US-Finanzministerium: Kommt die Gold-Anleihe? und Goldgedeckte US-Anleihen: Rückkehr zum Goldstandard?.

Wenn der Wald zur Bilanzposition wird

Regenauer beschreibt einen weiteren, weniger beachteten Strang: die Tokenisierung von Gemeingütern. Er verweist auf das Konzept sogenannter Natural Asset Companies, das 2021 für die New Yorker Börse vorgeschlagen und 2024 nach Kritik wieder zurückgezogen wurde. Die Idee: den wirtschaftlichen Wert von Natur in handelbare Finanzinstrumente zu verwandeln. Hinzu kommen sogenannte Debt-for-Nature-Swaps, bei denen Staatsschulden gegen Umweltschutzzusagen getauscht werden.

BlackRock-Chef Larry Fink hat mehrfach öffentlich erklärt, er erwarte, dass künftig nahezu jedes Wertpapier tokenisiert werde. Regenauer geht weiter und warnt vor einer Welt, in der auch der Mensch selbst – Bildungsweg, Karriere, Gesundheit – zur Datengrundlage für Finanzprodukte wird. Das ist seine Zuspitzung. Aber die Richtung, die er beschreibt, sollte man ernst nehmen: Alles, was digital erfasst ist, lässt sich bewerten. Alles, was bewertet wird, lässt sich handeln.

Palantir in deutschen Behörden

Ein Name fällt in diesem Zusammenhang immer wieder: Palantir. Zu den frühen Geldgebern des US-Datenanalysekonzerns gehörte In-Q-Tel, die Investmentgesellschaft der CIA. Regenauer sieht das Unternehmen in der Tradition des Pentagon-Programms „Total Information Awareness“, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sämtliche verfügbaren Daten über Personen zusammenführen sollte und nach massiver Kritik von Bürgerrechtlern 2003 vom US-Kongress die Mittel gestrichen bekam.

In Deutschland ist Palantir-Software längst bei der Polizei im Einsatz, etwa in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern; Baden-Württemberg hat 2025 nachgezogen. Das Bundesverfassungsgericht hat 2023 der automatisierten Datenanalyse in Hessen und Hamburg klare Grenzen gesetzt. Dass einige Länder lange zögerten, hatte nach Regenauers Darstellung mit Sicherheitsbedenken zu tun: Man wollte sensible Daten nicht einem ausländischen Anbieter anvertrauen.

Für Aufsehen sorgten zudem Passagen aus dem Buch von Palantir-Chef Alex Karp, die das Unternehmen im April auf X verbreitete. Sinngemäß heißt es dort, Deutschland und Japan seien nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst klein gehalten worden, das müsse nun korrigiert werden. Jeder mag das selbst bewerten. Wir stellen nur fest: Ein Konzern, der tief in die Datenbestände europäischer Sicherheitsbehörden integriert ist, verfolgt erkennbar auch eigene geopolitische Vorstellungen.

Die leise Gefahr: Wer das Denken auslagert

Am Ende des Gesprächs wird es grundsätzlich. Regenauer hält nicht Palantir, nicht die Politik und nicht einmal den digitalen Euro für die größte Gefahr. Sondern den Verlust der eigenen Urteilskraft. Künstliche Intelligenz sei, wenn man sie unkritisch nutze, ein Instrument, mit dem Menschen ihr Denken auslagern.

Er verteufelt die Technik nicht. Ein lokal betriebenes Sprachmodell ohne Internetzugang könne durchaus nützlich sein. Doch er beschreibt eine Szene, die hängen bleibt: Hunderte Schulkinder an einer Bushaltestelle, alle stumm auf ihre Displays starrend. Niemand spielt, niemand lacht. Dominik Kettner ergänzt eine eigene Beobachtung aus einem Café in Dubai: Zwillinge im Kinderwagen, links ein Tablet, rechts ein Smartphone.

Die Verantwortung liegt nicht bei den Kindern. Sie liegt bei den Eltern – und bei jedem Einzelnen von uns, der sich fragt, ob Bequemlichkeit wirklich der höchste Wert ist.

Was Sie jetzt konkret tun können

Klagen allein schützt niemanden. Entscheidend ist, wo man sich Spielräume erhält. Aus dem Gespräch und unserer eigenen Sicht ergeben sich einige praktische Ansätze:

  1. Digitale Abhängigkeit bewusst begrenzen: Regenauer nutzt im Alltag häufig ein einfaches Tastenhandy. Für Online-Banking per SMS-Bestätigung reicht das in vielen Fällen aus.
  2. Datensparsame Alternativen prüfen: Wer ein Smartphone braucht, kann auf datenschutzorientierte Betriebssysteme wie GrapheneOS setzen.
  3. Analoge Wege nutzen, solange es sie gibt: Bargeld, Papierakten, persönliche Behördengänge. Jede genutzte Alternative hält sie am Leben.
  4. Einen Teil des Vermögens außerhalb des digitalen Systems halten: Physische Edelmetalle tauchen in keinem Ledger auf, haben keinen Programmcode und keine Haltegrenze.

Gold als Stück greifbarer Freiheit

Gold ist die älteste Währung der Menschheit. Es hat jedes Papiergeldexperiment überlebt, und es kennt keinen Algorithmus, der entscheidet, ob Sie es ausgeben dürfen. Gerade in einer Zeit, in der Geld zunehmend digital, überwacht und potenziell steuerbar wird, gewinnt dieser Gedanke an Gewicht. Einen Überblick über unser Sortiment finden Sie in der Kategorie Gold.

Wichtig dabei: Auch hier zieht sich die Schlinge zusammen. Anonyme Tafelgeschäfte mit Bargeld sind in Deutschland nur noch unterhalb von 2.000 Euro möglich, und ab Juli 2027 greift EU-weit eine Bargeldobergrenze von 10.000 Euro. Wer handeln will, sollte nicht zu lange warten. Gerade kleine, gut handelbare Stückelungen sind sinnvoll, weil sie sich im Ernstfall flexibel einsetzen lassen:

Die Kettner-Einordnung: Bequemlichkeit hat ihren Preis

Die digitale Identität wird uns als Fortschritt verkauft. Als Erleichterung, als Jugendschutz, als moderne Verwaltung. Offiziell bleibt sie freiwillig. Doch die Erfahrung aus Österreich, Großbritannien und der Schweiz zeigt: Freiwilligkeit verliert ihren Wert, wenn die Alternativen verschwinden.

Unsere Einschätzung ist klar. Wenn digitale ID, digitales Zentralbankgeld und algorithmische Auswertung in einer Infrastruktur zusammenlaufen, entsteht ein Instrumentarium, wie es keine Regierung in der Geschichte je hatte. Ob es missbraucht wird, hängt nicht von den Versprechen der heutigen Verantwortlichen ab, sondern von denen, die morgen am Schalthebel sitzen. Wer Freiheit bewahren will, muss Räume außerhalb dieses Systems pflegen – im Alltag, in der Kommunikation und beim Vermögen.

Wer tiefer einsteigen will, sollte sich das vollständige Gespräch mit Tom-Oliver Regenauer ansehen. Und am 21. Oktober geht es im großen Kettner-Webinar weiter: Gemeinsam mit Regenauer, Ernst Wolff, Prof. Dr. Richard Werner und weiteren Gästen – darunter Dieter Bohlen – geht es um digitale ID, digitalen Euro und vor allem um konkrete Lösungen. Ein wenig Ironie zwischendurch gefällig? Dann lesen Sie, wie das EU-Parlament mit einem nackten Gold-Trump zur Satire-Bühne wurde. Denn bei aller Ernsthaftigkeit gilt: Wer den Humor verliert, hat schon halb verloren.

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