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Geldschöpfung und Krisen: Wie Zentralbanken Wirtschaft lenken

23.10.2026PodcastKettner BullionCompanion text AI-generated

Es beginnt mit einer Terminanfrage. Jemand vom US-Außenministerium möchte sich mit einem Ökonomen in Tokio treffen. Im Gespräch fällt dann ein Kürzel, das man nicht so schnell vergisst: CIA. Die Botschaft, so schildert es Prof. Dr. Richard Werner, sei unmissverständlich gewesen: „CIA is watching you.“ Man beobachte ihn also.

Warum sollte sich Washington für einen Wirtschaftswissenschaftler interessieren, der Bücher über Kreditschöpfung schreibt? Die Antwort liegt im Thema, das Werner seit drei Jahrzehnten verfolgt: Wer erschafft unser Geld, und wer profitiert von den Krisen, die regelmäßig darauf folgen? Werner arbeitete als Gastforscher bei der Bank of Japan und prägte Mitte der 1990er-Jahre den Begriff Quantitative Easing. Er kennt die Welt der Notenbanken von innen. Heute warnt er davor, dass in Deutschland eine Bankenkrise nicht einfach kommen, sondern erzeugt werden könnte, und zwar zeitlich passend zur Einführung des digitalen Euro.

Das ist eine harte These. Sie verdient es, genau geprüft zu werden. Gerade weil sie, falls Werner recht behält, unangenehme Folgen für jeden Sparer hätte: Das Geld auf dem Konto wäre dann am unsichersten, wenn man es am dringendsten braucht.

„Erzeugt“, nicht „gekommen“: Warum ein einziges Wort alles verändert

Die meisten Ökonomen sprechen von Krisen wie von Naturereignissen. Sie brechen herein wie ein Unwetter, unvorhersehbar und schicksalhaft. Werner hält diese Sicht für bequem und für falsch. Seine Kernaussage lautet: Zentralbanken sind keine Wetterbeobachter, sie machen das Wetter.

„Die Aufgabe der Zentralbanken ist, Wirtschaftszyklen zu erzeugen, Vermögenswerte-Blasen und Bankenkrisen. Das haben sie bisher sehr gut gemacht.“

Als große Ausnahme nennt Werner die Deutsche Bundesbank. Sie habe sich nie an diesem Spiel beteiligt. Er erinnert an die frühen 1970er-Jahre, als nach dem Ende von Bretton Woods weltweit die Inflation explodierte. Deutschland lag damals bei rund 7 Prozent, während andere Industrieländer zeitweise Raten von 20 bis 25 Prozent erlebten. Japan war eines davon.

Die D-Mark setzte sich ohne Zwang als europäische Ankerwährung durch, allein durch Vertrauen und Wettbewerb. Mit dem Euro, so Werner, sei dieses Modell abgeschafft worden. Die EZB arbeite dagegen wie eine klassische angelsächsische Notenbank. Schon 2003 warnte er in seinem Buch „Princes of the Yen“, die neue Zentralbank werde kreditgetriebene Blasen aufpumpen, die anschließend in Bankenkrisen und Massenarbeitslosigkeit enden.

Das Zwei-Phasen-Modell nach Werner

  • Phase 1, die Peripherie: Immobilien- und Kreditblasen in Irland, Spanien, Portugal und Griechenland, danach der Zusammenbruch in den Jahren 2009 bis 2011.
  • Phase 2, der Kern: Nach der Peripherie sei Deutschland an der Reihe gewesen. Werner spricht von einem „Großangriff auf Deutschland“.
  • Das Werkzeug: billiges Geld, Null- und Negativzinsen und eine Regulierung, die Immobilienkredite begünstigt und Firmenkredite bestraft.

Das Drehbuch: Erst kommen die Gewinne, dann der Knall

Eine Krise lässt sich nach Werners Analyse am besten so vorbereiten, dass zunächst alle daran verdienen. Wer Gewinne macht, warnt nicht. Niemand ruft „Halt, das ist gefährlich!“, solange die Preise steigen. Werner sagte schon 2009 eine große deutsche Immobilienblase voraus. Ihren Höhepunkt sieht er im Herbst 2022, seitdem gehe es abwärts. Einzelne Großstädte wie München blieben angespannt, insgesamt reiche die Kreditschöpfung aber nicht mehr für weiter steigende Preise.

Das eigentliche Risiko sieht er nicht bei den Eigentümern, sondern in den Bankbilanzen. Laut Werner hätten Geldpolitik, Aufsichtsgespräche und Regulierung die Banken über Jahre in eine einzige Richtung gedrängt: in den Immobilienkredit.

Das Basel-Regelwerk: Belohnung für Beton, Strafe für den Mittelstand

An dieser Stelle hat Werner ein schlagkräftiges Argument, denn es steht im Regelwerk selbst. Nach den Basler Eigenkapitalregeln müssen Banken Wohnimmobilienkredite mit deutlich weniger Eigenkapital unterlegen als gewöhnliche Unternehmenskredite. Für die Bank lohnt sich also der Hypothekenkredit, während der Kredit an den Handwerksbetrieb, der Arbeitsplätze schafft, teuer wird.

„Man wird als Bank dafür bestraft, produktive Firmenkredite zu vergeben, während man belohnt wird, wenn man Immobilienkredite vergibt.“

Bemerkenswert ist sein Hinweis auf die Genossenschaftsbanken. Sie seien traditionell solide aufgestellt und hätten stille Reserven, etwa Immobilien, die noch zu Preisen von vor Jahrzehnten bilanziert sind. Diese Reserven würden seit Jahren schrittweise aufgewertet, um die Bilanzen zu stützen. Werner vergleicht das mit einer Bank, die Gold noch zum historischen Kurs in den Büchern führt und es im Ernstfall neu bewertet. Irgendwann sind diese Reserven aufgebraucht. Nach Werners Einschätzung ist dieser Punkt bald erreicht.

Wenn die Notenbank keine Krise will, gibt es keine

Der stärkste Teil seiner Argumentation ist historisch. Werner führt drei Fälle an, in denen eine Bankenkrise eigentlich unausweichlich gewesen wäre und dennoch ausblieb, weil die Zentralbank es nicht zuließ.

  1. London, August 1914: Mit der britischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich wurden deutsche, österreichische und osmanische Papiere in britischen Bankbilanzen faktisch wertlos. Mehrere Großbanken waren technisch insolvent. Die Bank of England übernahm die notleidenden Papiere in großem Umfang, und die Krise blieb aus. Der Grund laut Werner: Mitten in der Kriegsmobilisierung wollte niemand eine Rezession.
  2. Tokio, 1945: Nach der Niederlage waren Japans Banken nach Werners Schätzung praktisch zu 100 Prozent notleidend, weil sie auf Kriegskrediten an die Rüstungsindustrie und auf wertlosen Kriegsanleihen saßen. Die Bank of Japan kaufte diese Altlasten auf, und schon ein Jahr später sprang die Kreditvergabe für produktive Zwecke wieder an.
  3. New York, 2008: Die Federal Reserve Bank of New York gründete Zweckgesellschaften mit Namen wie Maiden Lane I, II und III und übernahm darüber faule Wertpapiere. Die US-Banken erholten sich schneller als die meisten anderen, obwohl die Krise von dort ausgegangen war.

Diesen Mechanismus nennt Werner „quantitative Lockerung erster Art“: Die Zentralbank kauft notleidende Aktiva zum Nennwert von den Banken. Nach seiner Darstellung verursacht das weder Steuerkosten noch neue Staatsschulden. Genau diesen Vorschlag habe er Mitte der 1990er-Jahre als Chefvolkswirt einer britischen Investmentbank in Tokio in der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei veröffentlicht. Die Bank of Japan habe ihn jahrelang nicht umgesetzt, und Japan erlebte zwei verlorene Jahrzehnte.

Werners Schlussfolgerung ist so einfach wie unbequem: Ob eine Bankenkrise ausbricht, ist am Ende eine politische Entscheidung. Wenn die EZB keine Krise wolle, werde es auch keine geben. Bleibe das Eingreifen aus, zeige sich daran die Absicht.

Der Notenbanker im Café: Warum Stabilität entmachtet

Aber warum sollte eine Zentralbank überhaupt Krisen wollen? Werner erklärt es mit einem Gleichnis. Ein dänischer Notenbankchef trinkt jeden Tag im selben Kopenhagener Café seinen Kaffee. Die Leute sprechen ihn an und wollen wissen, wie viel Wachstum es gibt und wo die Zinsen stehen werden. Er liefert Jahr für Jahr dasselbe: 5 Prozent Wachstum, 1 Prozent Inflation, 6 Prozent Zins. Nach einigen Jahren fragt ihn niemand mehr.

Der Grund: Echte Stabilität macht Insiderwissen wertlos. Wenn es keine Überraschungen gibt, hat der Notenbanker keinen Informationsvorsprung und damit auch keine Macht mehr.

„Eine große Versuchung der Macht der Zentralbank ist natürlich, ihre Macht zu vergrößern, indem sie Zyklen erzeugen, die sie beherrschen und andere überraschen. Aber die Insider wissen, was passiert, und können sich positionieren.“

Man muss Werners Menschenbild nicht in jedem Punkt teilen, um die Logik zu erkennen. Institutionen folgen Anreizen. Wer Zyklen steuert, gewinnt an Bedeutung, an Einfluss und an Unverzichtbarkeit. Werner betont außerdem, dass stabiles und hohes Wachstum möglich sei. Die ostasiatischen Volkswirtschaften hätten über Jahrzehnte zweistellige Raten erreicht. Die Erzählung, Wachstum sei schlecht für die Umwelt, hält er für einen Kategorienfehler, denn Wachstum entsteht durch menschliche Erfindungskraft, und die habe keine physikalische Grenze.

Digitaler Euro: Der Schiedsrichter will mitspielen

An diesem Punkt laufen Werners Überlegungen zusammen. Auf die Frage, was zuerst komme, die Bankenkrise oder der digitale Euro, antwortet er ausdrücklich als Einschätzung: Der digitale Euro werde kurz vor dem Ausbruch der Bankenkrise eingeführt. Sein mögliches Szenario sieht so aus:

  1. Ruhiger Start: Der digitale Euro kommt mit einer Haltegrenze pro Bürger, Werner verweist auf zuletzt diskutierte rund 3.000 Euro. Es gibt ein paar Anlaufprobleme, die Medien berichten wohlwollend.
  2. Erste Risse: Meldungen über angeschlagene Banken häufen sich, Großkunden ziehen Einlagen ab.
  3. Der Druck wächst: „Im Interesse der Kunden“ wird die Haltegrenze angehoben, zuerst auf 10.000 Euro, dann höher, schließlich womöglich ganz abgeschafft.
  4. Die Flucht: Zweifel an der Einlagensicherung treiben die Sparer von der Hausbank zur Zentralbank.
  5. Das Ergebnis: Kleine Banken verschwinden oder werden zwangsfusioniert, bis am Ende fast nur noch die Notenbank übrig ist.
„Und wir haben dann das System, das die Zentralplaner lieben: das Sowjetsystem. In der Sowjetunion gab es ja nur eine Bank.“

Das Bild, das Werner dafür findet, bleibt hängen. Die EZB ist als Bankenaufsicht der Schiedsrichter im europäischen Bankensystem. Mit dem digitalen Euro, der im Kern ein Konto bei der Zentralbank ist, steigt dieser Schiedsrichter selbst ins Spiel ein. Er tritt also gegen die Banken an, die er beaufsichtigen soll, und behält dabei Pfeife, gelbe und rote Karten.

Was im Verordnungsentwurf tatsächlich steht

Offiziell heißt es, der digitale Euro sei sicher, privat und „nicht programmierbar“. Ein Blick in den Entwurf der EU-Verordnung lohnt sich trotzdem. Artikel 24 Absatz 1 sieht ausdrücklich „bedingte Zahlungen“ vor, also Zahlungen, die automatisch ausgelöst werden, sobald festgelegte Bedingungen erfüllt sind. Absatz 2 bezeichnet den digitalen Euro zugleich als nicht programmierbares Geld. Die Standards dafür legt die EZB fest. Hinzu kommen:

  • Haltegrenzen je Bürger, deren Höhe politisch festgelegt und jederzeit verändert werden kann,
  • keine Verzinsung der Guthaben,
  • eine Infrastruktur vollständig in der Hand der Notenbank, also derselben Institution, die die Banken beaufsichtigt.

Unsere Einschätzung: Die Technik schafft die Möglichkeit zur Steuerung. Wie weit sie genutzt wird, entscheidet die Politik von morgen und nicht das Versprechen von heute. Wer bereits erlebt, wie erfinderisch der Staat bei neuen Abgaben ist, siehe den Widerstand von Fritz-Kola gegen Klingbeils Zucker-Abgabe, sollte nicht darauf vertrauen, dass ein solches Instrument dauerhaft ungenutzt bleibt.

Tausende Banken weniger, und der Mittelstand zahlt die Zeche

Werner spricht von rund 6.000 Banken, die unter Aufsicht der EZB in Europa verschwunden seien. Betroffen seien vor allem kleine Häuser: die Raiffeisenbank im Bayerischen Wald, die Volksbank im Nachbarort. Die Ursache sieht er in einer ständig wachsenden Regulierungs- und Compliance-Last. Eine Bank mit acht Angestellten kann es sich nicht leisten, einen davon vollständig für Compliance abzustellen. Ihr bleibt die Fusion.

Die Folgen reichen weit über die Bankenbranche hinaus. Werner beschreibt eine Art Naturgesetz des Kreditgeschäfts: Große Banken vergeben große Kredite an große Unternehmen. Der Aufwand pro Kredit ist ähnlich hoch, also lohnen sich nur hohe Summen. Für den deutschen Mittelstand, das Rückgrat der Wirtschaft, wird Kredit damit knapper und teurer.

  • In den 1920er-Jahren gab es laut Werner rund 30.000 Banken in Deutschland, und das ohne Computer und mit kleinerer Bevölkerung.
  • Die Zahl der Banken hänge eng mit dem Wirtschaftswachstum zusammen.
  • Kleine Institute seien überlebensfähig, wenn die Aufsicht sie nicht durch Bürokratie erdrücke.

Werner spitzt das politisch zu: Er bezeichnet den Euro als Fremdwährung und die EZB als Fremdaufsicht, die keiner deutschen Institution Rechenschaft schulde, und fordert den Austritt Deutschlands aus dem Euro. Das ist eine Maximalposition. Die zugrunde liegende Frage stellen sich aber immer mehr Bürger: Wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure in Frankfurt?

Cyberangriff, Krieg, Stromausfall: Wenn das Konto nicht mehr erreichbar ist

Was könnte die Krise auslösen? Werner legt sich nicht fest und nennt mehrere Szenarien:

  • eine Cyberkrise, wie sie das Weltwirtschaftsforum seit Jahren als Szenario durchspielt,
  • eine weitere Eskalation des Konflikts mit Russland, die Kettenreaktionen auslösen könnte,
  • großflächige Ausfälle im Online-Banking, wie es sie nach seinen Worten zuletzt bei britischen Großbanken gegeben habe,
  • im Extremfall ein elektromagnetischer Puls, der digitale Daten großflächig auslöschen könnte.

Allen Szenarien ist eines gemeinsam: Digitales Geld ist nur so viel wert wie der Zugang dazu. Ist der Server nicht erreichbar, kommt auch die Bank selbst nicht an das Geld. Werner rät deshalb ausdrücklich, Gold zu halten, möglichst viel, und für kleinere Alltagsbeträge zusätzlich Silber.

Die Lehre von 1933

Werner erinnert auch daran, dass Eigentum an Gold nicht selbstverständlich ist. Im April 1933 verpflichtete US-Präsident Franklin D. Roosevelt mit der Executive Order 6102 die Amerikaner, ihr Gold abzuliefern, und zwar im „Land der Freiheit“. In Deutschland sieht Werner ein Warnsignal im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der bei Vermögen unklarer Herkunft eine Beweislastumkehr vorsieht. Offiziell zielt das auf organisierte Kriminalität. Werner befürchtet, dass ein solches Instrument faktisch zu Konfiszierungen führen kann. Die Frage muss erlaubt sein, wo solche Instrumente enden, wenn der Finanzbedarf des Staates weiter wächst.

Ein Blick nach Asien zeigt außerdem, dass Gold nur dann schützt, wenn es unbelastet in eigener Hand liegt. In Indien landet das Familiengold zunehmend als Pfand bei Kreditgebern, darüber haben wir in unserem Beitrag über Indiens Gold-Pfand-Boom berichtet.

Gold in kleinen Einheiten: die praktische Antwort auf eine digitale Bedrohung

Was folgt daraus für den einzelnen Sparer? Gold braucht keine Bank und keinen Server. Es braucht niemanden, der dafür geradesteht, und keine Notenbank kann es nachdrucken. Es bleibt, was es ist, und das seit Jahrtausenden. Für den Krisenfall kommt es dabei auf die Stückelung an. Eine Unze ist ein solider Wertspeicher, zum Bezahlen eines Wocheneinkaufs ist sie aber zu groß.

Bausteine einer krisenfesten Goldreserve

Gemeinsam mit Prof. Werner haben wir dafür das Widerstandspaket zusammengestellt. Im Mittelpunkt steht ein Krisenschutzkoffer mit 10 Goldbarren in fünf Größen von Heimerle und Meule. Dazu kommen 30 Unity Bars zu je einem Gramm, vier 1-g-Maple-Leaf sowie acht Zehntelunzen aus vier Ländern. Insgesamt sind es 52 Goldstücke mit fast 65 Gramm, geliefert in einem kleinen Tresor und ergänzt um Buch, Hörbuch und Film zum digitalen Euro. Das Paket finden Sie in unserem Onlineshop. Einen Überblick über alle Prägungen bietet unsere Kategorie Goldmünzen.

Wer dagegen den Versprechen der Finanzindustrie folgt, landet schnell bei Konstrukten, die erst in der Krise zeigen, was sie wirklich wert sind. Ein aktuelles Beispiel beschreiben wir unter dem Titel „KI-Betongold mit Rissen“. Dass selbst in Washington über die Rolle von Gold im Geldsystem nachgedacht wird, zeigt unser Beitrag über goldgedeckte US-Anleihen.

Kettner-Einordnung: Das Fenster schließt man vor dem Gewitter

Man kann Werners Thesen für überzogen halten. Man kann über das genaue Timing streiten, und er selbst betont, dass er dabei spekuliert. Drei Punkte lassen sich aber nicht wegdiskutieren:

  1. Notenbanken können Bankenkrisen verhindern. Das zeigen 1914, 1945 und 2008.
  2. Die Regulierung bevorzugt den Immobilienkredit gegenüber dem Firmenkredit. Das steht im Basel-Regelwerk.
  3. Mit dem digitalen Euro wird die Aufsicht zum Konkurrenten der Banken, die sie beaufsichtigt. Das steht im Konzept der EZB.

Unsere Einschätzung: Wer diese drei Punkte zusammendenkt, braucht keine Verschwörungstheorie, um nervös zu werden. Es reicht ein nüchterner Blick auf Anreize und Machtverhältnisse. Eine Institution, die gleichzeitig Regeln setzt, Banken überwacht und selbst Konten anbietet, steckt in einem Interessenkonflikt, und das sollte jeder Sparer ernst nehmen. Ob Frankfurt im Ernstfall eingreift oder zuschaut, wird sich zeigen. Sein Vermögen sollte man aber nicht von dieser Antwort abhängig machen.

„Es ist nicht alles katastrophal schlecht. Die Deutschen haben sehr viel Potenzial. Man muss sie aber ein bisschen aufwecken, und es wird langsam Zeit, dass sie aufwachen.“

Werners Bild vom Küchenfenster trifft es: Man schließt es nicht, wenn es schon regnet, sondern wenn man das Gewitter kommen sieht. Wer erst handelt, wenn alle gleichzeitig zum Gold wollen, steht womöglich in der Schlange.

Und was hat es nun mit dem Besuch aus Washington auf sich? Werner stellt im Gespräch selbst klar, dass sich um die Geschichte „ein bisschen Legendenbildung“ gerankt habe. Er erzählt, wie seine Interviews in Japan reihenweise abgesagt wurden, wie in Washington eine nicht autorisierte Übersetzung seines Buches entstand und wie die Botschaft „CIA is watching you“ ihn erreichte. Die vollständige Schilderung hören Sie im Podcast oben. Es lohnt sich, sie aus Werners eigenem Mund zu hören.

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