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Lunar

Jedes Jahr zum chinesischen Neujahrsfest wechselt das Motiv: mal ein Drache, mal eine Ratte, mal ein Pferd. Die Lunar-Serie der australischen Perth Mint verbindet seit 1996 den festen Materialwert von Gold und Silber mit jährlich wechselnden Tierkreismotiven und begrenzten Auflagen. Genau dieser Doppelcharakter aus Anlage- und Sammlermünze macht die Serie zu einer der meistgehandelten Prägungen im Edelmetallbereich. Dieser Ratgeber ordnet die drei Generationen ein, erklärt Motive, Stückelungen und Auflagen und zeigt, wann der Sammleraspekt den reinen Edelmetallwert übersteigt.

Die Lunar-Serie und der chinesische Mondkalender

Der Name Lunar stammt aus dem Lateinischen und verweist auf den Mond – genauer auf den chinesischen Mondkalender, der den Prägungen ihr Thema gibt. In einem Zwölfjahreszyklus ist jedem Jahr eines der zwölf Tierkreiszeichen zugeordnet: Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Jede Ausgabe der Serie greift das jeweilige Jahrestier auf und prägt es als Motiv auf die Rückseite der Münze.

Damit unterscheidet sich die Lunar-Serie grundlegend von klassischen Anlagemünzen, deren Motiv über Jahrzehnte nahezu unverändert bleibt. Bei Lunar wechselt das Bild jedes Jahr – und mit ihm der Reiz für Sammler, die zwölf Jahrgänge zu einem vollständigen Zyklus zusammentragen. Kaum eine andere Serie erzählt so unmittelbar vom Rhythmus der Zeit: Jedes Tier steht für ein Jahr, jede Münze für eine Geschichte. Wer die Symbolik hinter den Motiven vertiefen will, findet weitere Anregungen in den verwandten Serien zum Thema, etwa in der westlichen Deutung der Zodiac-Sternzeichen. Die Münzen bestehen aus Feingold oder Feinsilber in Anlagequalität und tragen durch die wechselnden Jahrgänge zugleich einen ausgeprägten numismatischen Charakter.

Die zwölf chinesischen Tierkreiszeichen Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein im Kreis angeordnet
Die zwölf Tierkreiszeichen des chinesischen Mondkalenders bilden den Kern jedes Zwölfjahreszyklus der Lunar-Serie.
  • Material: Gold und Silber mit einem Feingehalt von 999,9, in der dritten Generation teils auch Platin.
  • Motivwechsel: jährlich ein neues Tierkreiszeichen, vollständiger Zyklus nach zwölf Jahren.
  • Herkunft: Perth Mint, Australien – mit aufgeprägtem Nennwert in australischen Dollar (AUD).
  • Vorderseite: bis 2024 das Porträt von Königin Elisabeth II., seit 2025 König Charles III.

Geschichte: von 1996 bis zur dritten Generation

Die erste Lunar-Münze brachte die Perth Mint 1996 auf den Markt – mit dem Jahr der Ratte als Auftakt. Diese erste Generation, rückblickend als Lunar I bezeichnet, lief über einen vollen Zwölfjahreszyklus bis 2007. Bereits hier zeigte sich das Muster, das die Serie bis heute prägt: ein festes Thema, jährlich wechselnde Motive und begrenzte Verfügbarkeit. Die Goldausgaben erschienen ab 1996, die Silberausgaben folgten ab 1999.

Mit dem Jahr der Ratte 2008 startete die zweite Generation, Lunar II, die bis zum Jahr des Schweins 2019 lief. Sie verhalf der Serie zu internationaler Bekanntheit, getragen auch von starker Nachfrage aus dem asiatischen Raum. Seit 2020 setzt die dritte Generation, Lunar III, den Zyklus erneut von vorne fort – mit dem Jahr des Pferdes 2026 als einem der aktuellen Jahrgänge. Ein Blick auf andere australische Prägungen der Perth Mint wie das Koala-Sortiment oder die Kookaburra-Silbermünzen zeigt, wie stark diese Prägestätte den weltweiten Markt für motivstarke Anlagemünzen mitprägt.

Lunar I, II und III: die Unterschiede

Auf den ersten Blick wirken die drei Generationen austauschbar – alle folgen dem Tierkreiszyklus. In Gestaltung, Auflagenpolitik und Verfügbarkeit unterscheiden sie sich jedoch deutlich. Eine breite Auswahl älterer und aktueller Jahrgänge findet sich in den Sortimenten für Lunar II Goldmünzen und Lunar II Silbermünzen.

Lunar I (1996–2007)

Die erste Generation legte das Fundament. Frühe Jahrgänge erschienen teils in vergleichsweise überschaubaren Mengen – die 1/4-Unze-Goldmünze der Ratte 1996 etwa mit nur rund 1.390 Exemplaren. Gut erhaltene Stücke der ersten Serie sind bei Sammlern gesucht, weil sie den historischen Anfang der Lunar-Familie in Gold markieren.

Lunar II (2008–2019)

Die zweite Generation ist die wohl bekannteste. Die 1-Unze-Goldausgabe hatte je Jahrgang eine Auflagenobergrenze von 30.000 Exemplaren, die 1-Unze-Silbermünze eine von 300.000 Stück. Auf der Vorderseite tragen die Münzen dieser Ära das Porträt von Königin Elisabeth II., während die Rückseite das jeweilige Jahrestier zeigt. Gerade die niedrigen Auflagen der größeren Stückelungen erklären, warum einzelne Jahrgänge im Sammlerwert deutlich angezogen haben.

Lunar III (seit 2020)

Die dritte Generation bietet heute die breiteste Auswahl an Formaten und Varianten – in Gold, Silber und Platin, teils in colorierten Sonderausgaben, mit Antik-Finish oder als Polierte Platte mit eigenen Auflagengrenzen. Wer aktuelle Jahrgänge sucht, wird in der Lunar III Silber-Kategorie sowie bei den Lunar III Platinmünzen am ehesten fündig.

Die drei Generationen im Überblick

Generation Zeitraum Besonderheit
Lunar I1996–2007Auftakt der Serie, frühe Jahrgänge heute gesucht
Lunar II2008–20191 oz Gold auf 30.000 Stück limitiert, hohe Bekanntheit
Lunar IIIseit 2020breiteste Format- und Materialauswahl, viele Sondervarianten

Stückelungen und Gestaltung der Lunar-Münzen

Die Lunar-Serie deckt eine ungewöhnlich große Bandbreite an Stückelungen ab. In Gold reichen die Feingewichte von 1/20 oz über 1/10, 1/4, 1/2, 1, 2 und 10 Feinunzen bis hin zu Kilogramm-Formaten. Silber gibt es von 1/2 oz bis 10 oz sowie in Kilo- und Mehr-Kilo-Ausführungen. Kleinere Einheiten haben prozentual ein höheres Aufgeld, eignen sich aber gut zum Einstieg oder als Geschenk.

Wegen des hohen Reinheitsgrades von 999,9 sind die Münzen relativ weich; der aufgeprägte Nennwert in australischen Dollar liegt weit unter dem Materialwert und dient vor allem dem Status als offizielles Zahlungsmittel. Auf der Vorderseite steht das Porträt des britischen Staatsoberhaupts, umrahmt von Feingewicht, Feingehalt und Ausgabejahr. Die Rückseite zeigt das jeweilige Jahrestier sowie das chinesische Schriftzeichen und ein „P“ als Kennzeichen der Prägestätte Perth. Bemerkenswert: Das Goldmotiv unterscheidet sich meist von der Silberdarstellung desselben Jahres.

Wer die Logik der Serie versteht – festes Thema, wechselndes Tier, begrenzte Auflage – trifft beim Kauf einer Lunar-Münze bewusstere Entscheidungen.

Für die sichere Aufbewahrung empfindlicher Prägungen mit hohem Reinheitsgrad lohnt passendes Zubehör wie Münzkapseln oder Münzkassetten, die einen kompletten Zwölferzyklus geordnet aufnehmen.

Auflagenbegrenzung und Aufgeld: der Kern der Sache

Wer eine Anlagemünze kauft, zahlt fast nie nur den reinen Metallwert. Auf den Materialwert – Gewicht mal aktueller Edelmetallpreis – kommt ein Aufgeld (auch Agio genannt), das Herstellung, Vertrieb und Marge abdeckt. Bei laufend geprägten Standardmünzen wie dem Krügerrand ist dieses Aufgeld gering. Bei der Lunar-Serie wirken dagegen zwei Faktoren nach oben:

  1. Die Auflagenbegrenzung. Ist ein Jahrgang ausverkauft, prägt die Perth Mint nicht nach – die Menge ist endgültig fixiert.
  2. Der Motivwechsel. Da jedes Jahr ein neues Tier erscheint, entsteht ein Sammelanreiz, der über die reine Edelmetallnachfrage hinausgeht.

Solange ein Jahrgang regulär lieferbar ist, orientiert sich das Aufgeld am aktuellen Goldpreis beziehungsweise am Silberkurs. Spannend wird es, wenn die Auflage erschöpft ist: Dann kann der Marktpreis eines begehrten Jahrgangs den Materialwert spürbar übersteigen. Genau hier verschiebt sich der Charakter von der Anlage- zur Sammlermünze. Das Drachenjahr zählt traditionell zu den gefragtesten Motiven, da der Drache in der chinesischen Kultur als besonders glückverheißend gilt.

Kunstvolle chinesische Drachenfigur mit warmem Goldlicht auf schwarzem Grund als Sinnbild des Drachenjahres
Der Drache gilt in der chinesischen Kultur als besonders glückverheißend – das Drachenjahr zählt zu den gefragtesten Motiven der Serie.

Lunar Goldmünze oder Silbermünze?

Beide Varianten folgen demselben Motivkonzept, sprechen aber unterschiedliche Käufer an. Die Lunar Goldmünze bündelt hohen Wert auf kleinem Raum. Anlagegold ist in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit, gut lagerbar und international handelbar. Wer den Sammleraspekt sucht, findet bei den limitierten Goldjahrgängen das größte Potenzial – bei entsprechend höherem Kapitaleinsatz pro Stück. Ein Vergleich mit anderen Klassikern wie dem Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker hilft bei der Einordnung des Aufgelds.

Die Lunar Silbermünze ist der niederschwellige Einstieg. Pro Münze ist deutlich weniger Kapital nötig, was das Sammeln ganzer Zyklen erleichtert. Zu beachten ist die steuerliche Behandlung: Auf Silbermünzen fällt in Deutschland Umsatzsteuer an (in der Regel über die Differenzbesteuerung), wodurch das Aufgeld höher ausfällt als bei Gold. Dafür sind die Silberausgaben besonders oft coloriert oder als Sonderprägung erhältlich. Wer den Einstieg breiter aufstellen möchte, findet im Lunar-Serie-I-Silbersortiment historische Jahrgänge.

Steuerlicher Hinweis

Anlagegold ist in Deutschland gemäß den geltenden Regelungen umsatzsteuerbefreit. Silbermünzen unterliegen dagegen der Umsatzsteuer, was sich im Aufgeld niederschlägt. Diese Angaben sind allgemeine Informationen und ersetzen keine steuerliche Beratung.

Worauf es beim Kauf ankommt

Damit die richtige Münze zum jeweiligen Ziel passt, lohnt ein Blick auf einige praktische Kriterien. Wer eher auf den Materialwert setzt, fährt mit regulär verfügbaren Jahrgängen zu niedrigem Aufgeld am transparentesten; wer den Sammlerreiz sucht, achtet auf Motiv, Erhaltung und Auflage.

  • Jahrgang und Motiv: aktuell verfügbar und günstig im Aufgeld – oder älter, ausverkauft und potenziell mit Sammleraufschlag.
  • Erhaltungsgrad: Prägefrisch (Stempelglanz) ist Standard; Polierte Platte (PP) ist eine höherwertige Ausführung mit kleinerer Auflage.
  • Stückelung: von 1/20 oz bis Kilo – kleinere Einheiten haben ein höheres prozentuales Aufgeld.
  • Auflagenhöhe: die auf Münze oder Zertifikat genannte Auflage hilft, Knappheit einzuschätzen.
  • Wiederverkauf: etablierte Serien wie Lunar werden von Händlern aktiv angekauft.

Als deutsches Familienunternehmen mit ISO-konformer Echtheitsprüfung und über 200.000 zufriedenen Kunden legt Kettner Edelmetalle Wert auf geprüfte Ware und versicherten Versand. Wer die Lunar-Serie mit weiteren motivstarken Anlagemünzen kombinieren möchte, findet im übergeordneten Bereich der Sternzeichen-Motive sowie unter den China-Panda-Silbermünzen passende Ergänzungen.

Häufig gestellte Fragen zur Lunar-Serie

Was ist die Lunar-Serie der Perth Mint? +

Die Lunar-Serie ist eine Familie von Anlage- und Sammlermünzen der australischen Perth Mint. Seit 1996 widmet sie sich jährlich einem der zwölf Tierkreiszeichen des chinesischen Mondkalenders und wechselt das Motiv jedes Jahr. Es gibt sie in Gold, Silber und in der dritten Generation auch in Platin.

Worin unterscheiden sich Lunar I, II und III? +

Es handelt sich um drei aufeinanderfolgende Generationen desselben Konzepts. Lunar I lief von 1996 bis 2007, Lunar II von 2008 bis 2019 und Lunar III seit 2020. Sie unterscheiden sich in Gestaltung, Auflagenpolitik und Materialvielfalt – Lunar III bietet heute die breiteste Auswahl.

Warum sind manche Lunar-Münzen teurer als ihr Goldwert? +

Zum reinen Materialwert kommt ein Aufgeld hinzu. Bei ausverkauften oder besonders gefragten Jahrgängen kann zusätzlich ein Sammleraufschlag entstehen, da die Auflage fest begrenzt ist und nicht nachgeprägt wird. Der Marktpreis solcher Jahrgänge kann den Edelmetallwert übersteigen.

Welches Tierkreiszeichen ist am gefragtesten? +

Traditionell zählt das Jahr des Drachen zu den beliebtesten Jahrgängen, da der Drache in der chinesischen Kultur als besonders glückverheißend gilt. Auch das Pferd und die Schlange sind bei Sammlern gefragt. Letztlich hängt die Nachfrage von Motiv, Auflage und Erhaltungsgrad ab.

Lohnt sich Lunar in Gold oder in Silber mehr? +

Das hängt vom Ziel ab. Gold ist umsatzsteuerfrei, kompakt und international handelbar, erfordert aber mehr Kapital pro Stück. Silber ist der günstigere Einstieg und bietet viele Sondervarianten, unterliegt in Deutschland jedoch der Umsatzsteuer und hat dadurch ein höheres Aufgeld.

Lassen sich Lunar-Münzen wieder verkaufen? +

Ja. Die Lunar-Serie ist international etabliert und wird von Edelmetallhändlern aktiv angekauft. Reguläre Jahrgänge orientieren sich beim Wiederverkauf am Tagespreis des Edelmetalls; gefragte oder seltene Jahrgänge können darüber hinaus einen Sammleraufschlag erzielen.

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